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DOC-EXPRESS

März 2019

DOC - Aktuelles

Der 32. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) findet vom 23. – 25. Mai 2019 in Nürnberg statt.

 

DOC News - gehört und gelesen

Aufrechte Positionierung ist für bestimmte Patienten, die eine Kataraktoperation benötigen, durchführbar

In dieser prospektiven Fallserie untersuchten die Forscher die Umsetzbarkeit einer aufrechten Sitzposition während der Kataraktoperation. In dieser 13-jährigen Studie wurden 240 Operationen an Patienten durchgeführt, die aufgrund einer schweren Kyphose oder Orthopnoe nicht flach liegen konnten. Jeder Patient saß in einer aufrechten oder halb liegenden Position, während der Chirurg dem Patienten gegenüber saß oder stand. Nur 12 Fälle von Glaskörperverlust wurden festgestellt, und die Patienten berichteten von hohem Komfort. Obwohl diese Methode hinreichend sicher ist, raten die Autoren, dass eine Kataraktoperation von Angesicht zu Angesicht ein höheres Komplikationsrisiko birgt und sich am besten für erfahrene Chirurgen eignet.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, September 2018


Intravitreale Bevacizumab, Laser-Photokoagulation ergeben vergleichbare Regressionsraten für Frühgeborenenretinopathie (Retinopathy of Prematurity = ROP).

Diese retrospektive Studie vergleicht die Ergebnisse von Säuglingen mit der Typ-1-ROP, die entweder mit intravitrealem Bevacizumab oder retinaler Laser-Photokoagulation behandelt wurden. Forscher untersuchten Daten von 986 Augen, darunter 724, die mit Bevacizumab und 262, die mit Laser behandelt wurden. Die Wiederbehandlungsraten waren zwischen den Gruppen ähnlich für Patienten mit einer Zone I-Krankheit, waren aber bei Patienten mit einer mit Bevacizumab behandelten Zone II-Krankheit deutlich höher (12,3% vs. 7,9% für Laser; P=0,017). Die Regressionsraten nach der Wiederbehandlung waren in beiden Kohorten ähnlich. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass beide Behandlungen wirksam sind, obwohl bei Säuglingen, die mit Bevacizumab behandelt werden, eine längere Nachsorge erforderlich sein kann.

Ophthalmology Retina, September 2018


Vorgefüllte Anti-VEGF-Spritzen sind mit einem geringeren Risiko für Endophthalmitis verbunden.

Dies ist die erste Studie, die darauf hindeutet, dass der Präparationstyp der Anti-VEGF-Präparate die Endophthalmitisraten beeinflussen kann. Die Forscher identifizierten 444 Fälle von Endophthalmitis unter 1,8 Millionen intravitrealen Kortikosteroiden oder Anti-VEGF-Injektionen, die über einen Zeitraum von 4 Jahren in Frankreich verabreicht wurden. Die Verwendung von bereits vorgefüllten Ranibizumab-Spritzen war mit einem geringeren Infektionsrisiko verbunden als die Verwendung von nicht vorgefüllten Spritzen aus Ranibizumab oder Aflibercept (IRR 1,63 bzw. 1,82; P<0,001). In Übereinstimmung mit früheren Ergebnissen ergab die Analyse, dass die Häufigkeit von Endophthalmitis bei Kortikosteroiden höher war als bei Anti-VEGF-Mitteln (0,0667% vs. 0,0204%; P<0,001).

JAMA Ophthalmologie, September 2018


Omidria kann das intraoperative Floppy-Iris-Syndrom minimieren.

Dies ist die erste Studie, die untersucht, ob die Verwendung eines kombinierten Mydriatikums und Schmerzmittels während der Kataraktoperation das Risiko eines Floppy Iris Syndroms verringern könnte. Die Ermittler rekrutierten 50 Männer, die Tamsulosin einnahmen und denen nach dem Zufallsprinzip entweder Omidria (Phenylephrin 1%-Ketorolac 0,3%) oder Kochsalzlösung in der Irrigationslösung während der Kataraktoperation zugewiesen wurde. Im Vergleich zu den Kontrollen hatten die Augen der Omidria-Gruppe ein 9,3-fach geringeres Risiko für einen intraoperativen Irisprolaps. Pupillendurchmesser und Iris-Wellenwerte begünstigten auch die Behandlungsgruppe.

Journal of Cataract & Refractive Surgery, September 2018


Hohe Misserfolgsrate bei Kombination von Phakoemulsifikation und Baerveldt Shunt Operation

Diese Kohortenanalyse bewertete die Wirksamkeit der Kombination von Phakoemulsifikation und Baerveldt-Shuntimplantation zur Behandlung des therapierefraktären Glaukoms. Die Forscher erfassten 76 pseudophake Glaukompatienten, 38, die eine Kombinationsoperation hatten und 38, die den Shunt allein erhielten. Während das postoperative Sehen, der Medikamenteneinsatz und die Komplikationsraten zwischen den Gruppen ähnlich waren, wies die Kombinationsgruppe signifikant höhere mittlere IOD (14 vs. 12 mm Hg; P=0,04) und Misserfolgsraten (37% vs. 15%, P=0,02) nach 36 Monaten auf. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Kombination von Katarakt- und Shunt-Chirurgie das langfristige Überleben der Shunt-Sickerkissen negativ beeinflussen kann.

British Journal of Ophthalmology, September 2018


Notfallbehandlungen bei pädiatrischen Augenverletzungen sinken.

Eine Analyse der Daten der landesweiten Notaufnahme ergab einen Rückgang von 26% der gemeldeten pädiatrischen Augenverletzungen zwischen 2006 und 2014. Die Ermittler ermittelten die demographischen und klinischen Merkmale von 340.218 Kindern im Alter von 17 Jahren und jünger. Die meisten Verletzungen (84,2%) trugen ein geringes Risiko für Sehverlust; nur 1,3% waren mit hohem Risiko behaftet. Bei den Hochrisikoverletzungen wurden deutliche Rückgänge bei Kfz-Traumata (-79,8%) und Schussverletzungen (-68,5%) beobachtet. Im Gegensatz dazu stiegen die Verletzungen, die Sport (+12,8%) oder Haushalt/Haushaltsaktivitäten (+20,7%) betreffen, im Untersuchungszeitraum an. Die Autoren schlagen weitere Untersuchungen vor, um beitragende Faktoren wie Aufklärungskampagnen, Richtlinien und Veränderungen in der Gesundheitsversorgung zu ermitteln.

JAMA Ophthalmology, August 2018


 

Thomas Neuhann kommentiert…

Hier finden Sie eine Auswahl von Kurzbesprechungen von Originalartikeln aus wissenschaftlichen Zeitschriften, u.a. aus Ophthalmology, British Journal of Ophthalmology, American Journal of Ophthalmology, JAMA Ophthalmology, Journal of Cataract and Refractive Surgery, Survey of Ophthalmology, der Ophthalmologe, Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde.


Jonker et al. „Long-Term Endothelial Cell Loss in Patients with Artisan Myopia and Artisan Toric Phakic Intraocular Lenses: 5- and 10-Year Results.“ Ophthalmology. 2018 Apr;125(4):486-494.

Über 5 und 10 Jahre findet man eine nennenswerte Reduktion der Endotheldichte nach phaken Artisan-IOL (±20 % über 10 Jahre; > 25 % in knapp 10 %). Anmerkung: Also nur bei hohen Endotheldichten implantieren, auch jährlich kontrollieren und den Patienten klar machen, wie wichtig das ist.


Price M et al. „Prospective Randomized Trial of Corneal Cross-linking Riboflavin Dosing Frequencies for Treatment of Keratoconus and Corneal Ectasia.“ Ophthalmology. 2018 Apr;125(4):505-511.

Ob man während der UV-Bestrahlung beim Crosslinking alle 2 oder alle 5 min. Riboflavin tropft, macht keinen Unterschied im Ergebnis. Anmerkung: Eine nützliche Erkenntnis aus dem Hause Price.


Hirano et al. „Assessment of Lamellar Macular Hole and Macular Pseudohole with a Combination of En Face and Radial B-scan Optical Coherence Tomography Imaging.“ Am J Ophthalmol. 2018 Apr;188(4):29-40.

Eine Einteilung lamellärer makulärer Defekte auf der Basis von en-face-OCTs und Schnittbild-OCTs in degeneratives lamelläres Foramen, Pseudoforamen und lamelläres Foramen, mit und ohne epiretinale Membran, tangentiale Traktion und intraretinale Spaltung. Diese Zuordnung hat auch Relevanz für die allfällige Indikationsstellung zur operativen Behandlung.


Karst S et al. „Association of Changes in Macular Perfusion With Ranibizumab Treatment for Diabetic Macular Edema: A Subanalysis of the RESTORE (Extension) Study.“ JAMA Ophthalmol. 2018 Apr 1;136(4):315-321.

Aus dem Wiener AKH: Die mikrovaskuläre Perfusion in der Makula wird durch anti-VEGF-Therapie beim DMÖ nicht negativ beeinflusst – es gibt deshalb keinen Grund, damit bei diabetisch bedingtem Kapillaruntergang („capillary dropout“) zurückhaltend zu sein.

V.i.S.d.P.    
Isabel Eymold Dr. Mignon Hann Miriam Quanz
Kongress-Sekretariat Kongress-Sekretariat MCN AG - Teamleitung Kongresse