Der von Ihnen verwendete Browser wird nicht unterstützt.

Bitte aktivieren Sie JavaScript, um diese Seite im vollen Umfang zu nutzen.



DOC-EXPRESS

Februar 2019

DOC - Aktuelles

Der 32. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) findet vom 23. – 25. Mai 2019 in Nürnberg statt. Die Abstract-Einreichung für wissenschaftliche Kurzvorträge (Free Paper) und ePoster ist über die Kongresshomepage möglich.

 

DOC News - gehört und gelesen

Übung macht den Meiser: Assistenzärzte, die MSICS lernen.

Diese Studie dokumentiert die Lernkurve für die manual small-incision cataract surgery (MSICS)= ECCE. Die Autoren untersuchten die Ergebnisse von 13.159 MSICS-Verfahren, die von 38 Assistenzärzten während ihrer Ausbildung im Aravind Eye Hospital / Indien durchgeführt wurden. Das Risiko von Komplikationen nahm mit der chirurgischen Erfahrung deutlich ab: Mit jeden weiteren 100 durchgeführten Operationen sank die Wahrscheinlichkeit von intraoperativen Komplikationen, postoperativen Komplikationen und Reoperationen um 17%, 12% bzw. 7%. Die Autoren schlagen vor, dass ophthalmologische Curricula für Assistenzärzte in Entwicklungsländern sicherstellen, dass die Assistenzärzte mindestens 300 MSICS-Verfahren durchführen, um die Komplikationsraten zu minimieren.

Ophthalmology, November 2018


Maßgeschneiderte, aberrationskorrigierende IOLS verbessern das funktionelle Sehen.

Maßgeschneiderte monofokale asphärische IOLs können laut dieser prospektiven Fallreihe die sphärische Aberration reduzieren und die Sehkraft verbessern. Nach dem Zufallsprinzip wählten die Forscher für 69 Patienten eine maßgeschneiderte IOL (Individua-aA, Humanoptics AG) - zugeschnitten auf die präoperative sphärische Aberration Z der Hornhaut jedes Patienten - oder eine standardmäßige asphärische aberrationsfreie IOL mit ansonsten identischem Design (Aspira-aA, Humanoptics AG). Drei Monate nach der Implantation hatten Patienten mit maßgeschneiderter IOL weniger verbleibende okuläre sphärische Aberration Z und höhere Kontrastempfindlichkeiten, als Patienten mit Standard IOLs. Andere visuelle Ergebnisse waren zwischen den Gruppen ähnlich. Die Studie zeigt die Machbarkeit und den Nutzen von maßgeschneiderten aberrationskorrigierenden IOLs.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, October 2018


OCT-Angiographie kann unbestätigte CNV nachweisen.

In dieser prospektiven Studie wurde untersucht, ob die OCT-Angiographie (OCTA) zum Nachweis einer mutmaßlichen choroidalen Neovaskularisation (CNV) eingesetzt werden kann. Die Autoren führten OCTA in 29 Augen mit nicht eindeutigen Merkmalen auf konventioneller Bildgebung durch und bestätigten das Vorhandensein einer CNV-Läsion in 8 Augen (28%). Patienten, die eine flache, unregelmäßige Pigmentepithelablösung aufwiesen oder eine Kombination aus intraretinaler Flüssigkeit und Sub-RPE-Material auf SD-OCT hatten, zeigten signifikant häufiger eine CNV. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die OCTA eine wertvolle Ergänzung zur konventionellen Bildgebung sein kann, insbesonders bei diagnostischen Dilemmas.

Ophthalmology Retina, November 2018


Retinale Veränderungen können klinischen Symptomen bei Patienten mit Alzheimer-Krankheit vorausgehen.

Diese Studie berichtet, dass die OCT-Angiographie (OCTA) bei Menschen mit präklinischer Alzheimer-Krankheit (AD) frühzeitig Veränderungen der Netzhaut erkennen kann. Die Ermittler rekrutierten 30 ältere, kognitiv normale Teilnehmer; 14 hatten positive CSF- und PET-Scanbefunde für AD, während der Rest als Kontrollgruppe diente. Biomarker-positive Patienten hatten im Vergleich zu der Kontrollgruppe eine größere foveale avaskuläre Zone (0,364 vs. 0,275 mm2; P=0,002). Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass OCTA eine erschwingliche und nichtinvasive Alternative für die Diagnose der präklinischen AD sein könnte.

JAMA Ophthalmology, November 2018


Glaukom-Eingriffe sind für viele Patienten weltweit unerschwinglich.

In dieser Studie analysierten die Forscher die Erschwinglichkeit von topischen Glaukommedikamenten, Lasertrabekuloplastik und Trabekulektomie. Sie erhoben Preisdaten aus 38 Nationen, darunter 17 Industrie- und 21 Entwicklungsländer, die etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung ausmachen. Maßnahmen, die weniger als 2,5% des mittleren jährlichen Haushaltseinkommens kosten, wurden als bezahlbar angesehen. Die Analyse ergab, dass die jährlichen Kosten für Latanoprost, Lasertrabekuloplastik und Trabekulektomie in 41%, 44% bzw. 78% der untersuchten Länder unerschwinglich waren. Die Kostenreduzierung von Glaukom-Interventionen könnte den damit verbundenen Sehverlust erheblich reduzieren, schlussfolgern die Autoren.

Jama Ophthalmology, November 2018


Wie man in 2 Minuten oder weniger einschlafen kann.

Eine gute Nachtruhe ist wichtig, aber viele von uns haben Mühe, einzuschlafen. Diese Routine der U.S. Army funktionierte bei 96% der Menschen, die sie 6 Wochen lang täglich ausprobierten:

  1. Setzen Sie sich auf den Rand Ihres Bettes, nur das Licht am Nachttisch eingeschaltet und entspannen Sie Ihr Gesicht.
  2. Lassen Sie die Schwerkraft Ihre Schultern zu Boden ziehen. Lassen Sie Ihre Arme baumeln, konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem, entspannen Sie Ihre Brust und lassen Sie die Schwerkraft Ihre Oberschenkel und Unterschenkel entspannen.
  3. Sobald Ihr Körper locker ist, versuchen Sie, Ihren Geist zu reinigen. Stellen Sie sich vor, Sie liegen in einem Kanu in einem ruhigen See oder wiegen sich in einer Samthängematte in einem pechschwarzen Raum. Oder sprechen Sie das Mantra: "Nicht denken, nicht denken, nicht denken, nicht denken, nicht denken" für 10 Sekunden.
  4. Nach ca. 2 Minuten das Licht ausschalten und sich hinlegen. Sie sollten innerhalb von Minuten einschlafen.

Ärztliche Wellness-Tipps

 

Thomas Neuhann kommentiert…

Hier finden Sie eine Auswahl von Kurzbesprechungen von Originalartikeln aus wissenschaftli-chen Zeitschriften, u.a. aus Ophthalmology, British Journal of Ophthalmology, American Journal of Ophthalmology, JAMA Ophthalmology, Journal of Cataract and Refractive Surgery, Survey of Ophthalmology, der Ophthalmologe, Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde.


Spitzer M et al. “Zwerge mit riesigem Zukunftspotenzial.“ Der Ophthalmologe. 2018 Mar; 115(3):182-183.

Leitthema dieses Heftes ist die „Nanomedizin“. In einem Editorial und drei Artikeln auf den Seiten 182 – 201 werden derzeitige Grundlagenforschungen für den Einsatz von Nanopartikeln in drei Bereichen vorgestellt: Zum einen für Systeme zur besseren medikamentösen Therapie (drug delivery – Transport der Wirksubstanz an den gewünschten Wirkungsort), zum anderen für die Verbesserung endothelialer Transplantationen oder sogar deren Vermeidung durch Behandlung der eigenen Endothelzellen und schließlich Abflussstents für die Glaukomchirurgie aus Hyaluronsäure-Gelen. Anmerkung: Alles wahnsinnig interessant – und leider noch ziemlich weit weg von klinischer Anwendbarkeit...


Eustis et al. „Accommodative Esotropia Treatment Plan Utilizing Simultaneous Strabismus Surgery and Photorefractive Keratectomy.“ Am J Ophthalmol. 2018 Mar;187(3):125-129

Diese Studie führe ich hier nur kurz an als Kardinalbeispiel dafür, was für absurd schlechte Studien es in ein so renommiertes Journal trotz Review schaffen. 15 Patienten zwischen 11 und 19 Jahren mit einem Sammelsurium an teil-/akkommodativen Stellungsfehlern und Hyperopien zwischen +3 und +8 D (ohne jede Angabe des Binokularstatus) erhielten eine PRK (!!!) mit Zielkorrektur von bis zu 6,5 D (!!!) und 7 davon eine einseitige, 4 eine beidseitige und 4 gar keine Internus-Rücklagerung. Heraus kam eine bunte Mischung an Restrefraktionen und Reststellungsfehlern (2 vorher „orthophor“ waren danach manifest abgewichen, 2 weitere ortho geblieben, einer ortho geworden). Und nach 6 Monaten seien alle „brillenfrei“ gewesen...
Anmerkung: Wenn man sich dann auch noch die Ergebnisse im Detail anschaut, fragt man sich nicht nur, wer das begutachtet hat, sondern sogar, wie man sowas, gerade in den USA, forensisch überlebt...


Buitendijk G et al. „Antiplatelet and Anticoagulant Drugs do not Affect Visual Outcome in Neovascular Age-Related Macular Degeneration in the BRAMD Trial.“ Am J Ophthalmol. 2018 Mar;187(3):130-137.

Antikoagulantien und Plättchenfunktionshemmer verschlechtern die Prognose bei CNV-AMD nicht, und erhöhen nicht das Blutungsrisiko (Retrospektive Auswertung aus einer multizentrischen Studie zur VEGF-Hemmer-Behandlung in den Niederlanden).


Gavrilov J et al. „Unilateral corneal ectasia after small-incision lenticule extraction in a 43-year-old patient.“ J Cataract Refract Surg. 2018 Mar;44(3):403-406.

Ein erneuter einzelner Fallbericht über eine Ektasie nach SMILE. Präop leichte Asymmetrie oben-unten, rechts minimal mehr als links. Hornhautdicke R 524 µ, L 517 µ. Korrektur im höheren myopen Meridian rechts 5, links 6 D. Alter > 40 Jahre (!!). Am RA eindeutige Ektasie nach vier Jahren, am linken Auge nichts. Anmerkung: Insgesamt fünfter Bericht über eine Ektasie nach SMILE; davon mit diesen drei ohne präoperativ erkennbaren Risikofaktoren. – Da gibt's offenbar noch viel, was wir nicht wissen und verstehen…!


Alageel S et al. „Corneal Cross-Linking With Verteporfin and Nonthermal Laser Therapy“ Cornea. 2018 Mar;37(3):362-368.

Eine interessante experimentelle Studie zeigt, dass man mit Verteporfin und sechsmal 1 Minute Bestrahlung mit einem nicht thermischen Rotlicht-Laser (689 nm) eine biomechanische Versteifung der Hornhaut erzielen kann, die derjenigen mit dem Riboflavin-Crosslinking vergleichbar ist. Anmerkung: Vergleichbare Ergebnisse haben sich ja auch mit Bengalrosa und grünem Licht zeigen lassen... Da würde man sich mehr Tempo in der Umsetzung in klinischer Entwicklung wünschen: Dies umso mehr, als bei den Alternativen die Keratozyten offenbar unbeeinträchtigt bleiben!

V.i.S.d.P.    
Isabel Eymold Dr. Mignon Hann Miriam Quanz
Kongress-Sekretariat Kongress-Sekretariat MCN AG - Teamleitung Kongresse