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DOC-EXPRESS

Januar 2019

DOC - Aktuelles

Der 32. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) findet vom 23. – 25. Mai 2019 in Nürnberg statt. Die Abstract-Einreichung für wissenschaftliche Kurzvorträge (Free Paper) und ePoster ist über die Kongresshomepage möglich.

 

Umfrage – Entwicklungen in der Augenchirurgie

Die jährliche Umfrage der Fachgesellschaften DGII, BDOC, BVA und DOG wird seit 30 Jahren durchgeführt.
HERZLICHEN DANK an alle Augenoperateure, die das wichtige Projekt immer tatkräftig unterstützt haben. Es ist das Verdienst unserer Fachgruppe, durch die regelmäßige Teilnahme an der Umfrage, einen objektiven, statistisch nachvollziehbaren Blick auf die rasante Entwicklung der operativen Augenheilkunde zu ermöglichen.

Schwerpunkte der Umfrage:

  • Kataraktoperation mit unterschiedlichen OP-Techniken
  • Anteil der verwendeten IOL mit Zusatznutzen
  • Anästhesieverfahren (topisch / peribulbär / ITN)
  • IVOM und verwendete Medikamente
  • Laseroperationen und Einsatz des FEMTO-Sekundenlasers
  • Glaukomchirurgie – OP-Verfahren
  • Refraktiv-chirurgische Verfahren

Die Augenheilkunde ist ein sich schnell weiterentwickelndes Fach.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, meine herzliche Bitte ist:
Tragen Sie weiter dazu bei, dass wir für unser Fach eine verlässliche Datengrundlage haben. Die Erkenntnisse helfen uns allen. Jeder Kollege kann sich selbst im Verhältnis zur Fachgruppe einordnen. Die Verbände können zudem fundiert gegenüber den Organen der Selbstverwaltung aber auch gegenüber der Politik argumentieren und in der Öffentlichkeit die Entwicklung und die Erfolge der letzten Jahre vertreten.

Der Fragebogen für die Umfrage 2018 wurde bereits versandt.
Bitte nehmen Sie wieder teil!


Dr. Armin Scharrer

 

DOC News - gehört und gelesen

Rekombinanter Zoster-Impfstoff jetzt für Erwachsene ab 50 Jahren empfohlen

In dieser Grundsatzerklärung überprüft die Akademie den Nachweis, dass der rekombinante Zoster-Impfstoff (RZV; Shingrix) an immunkompetente Erwachsene im Alter von 50 Jahren und älter verabreicht werden sollte, einschließlich derjenigen, die mindestens 2 Monate zuvor mit dem lebend Zoster-Impfstoff (ZVL, Zostavax) geimpft wurden.
Neuere Studien deuten darauf hin, dass das RZV einen höheren und dauerhafteren Schutz bietet als das ZVL, das das CDC (Center of Disease Control und Prevention = Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention) weiterhin für Patienten ab 60 Jahren empfiehlt. Angesichts der niedrigen ZVL-Impfquote empfiehlt die Akademie jedoch Augenärzten, mit anderen Mitgliedern des Gesundheitsteams zusammenzuarbeiten, um eine frühere RZV-Impfung zu fördern. Impfungen ab dem Alter von 50 Jahren können die Belastung durch diese Krankheit, einschließlich chronischer Augenerkrankungen, verringern.

Ophthalmology, November 2018


Ein Herstellungsfehler kann hinter dem größten gemeldeten Cluster von getrübten Oculentis IOLs liegen.

Dies ist der größte Bericht über die spätpostoperative IOL-Trübung, der von einem einzigen Hersteller (Oculentis GmbH) stammt. Die Forscher untersuchten retrospektiv 71 1- oder 3-teilige hydrophile IOLs (6 Lentis-Modelle), die zwischen 2009 und 2012 bei 63 Patienten im-plantiert wurden. In allen Fällen entwickelten die Linsen sehbehindernde Verkalkungen und wurden innerhalb von 4 Jahren nach der routinemäßigen Kataraktoperation explantiert. Die Trübung schien nicht mit medizinischen, chirurgischen oder ophthalmologischen Faktoren verbunden zu sein, was die Autoren vermuten läßt, dass ein Herstellungsproblem die zugrunde liegende Ursache sein könnte.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, November 2018


Viele Patienten entwickeln sich schließlich vom einseitigen zum bilateralen Glaukom.

Dieser Artikel untersucht die Chronologie der bilateralen Progression des Glaukoms. Die Auto-ren führten eine Post-Hoc-Analyse von 607 Teilnehmern mit neu diagnostiziertem Offenwin-kelglaukom bei einem oder beiden Augen durch, die bis zu 11 Jahre lang verfolgt wurden. Von diesen begann fast die Hälfte von Anfang an eine binokuläre Behandlung und 68% erhielten eine Behandlung für beide Augen innerhalb von 7 Jahren. Bilaterale Erkrankungen waren häufiger bei älteren Patienten und solchen mit Bluthochdruck, hohem IOD, großem Cup-to-Disc-Verhältnis oder einer schlechten mittleren Abweichung. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Patienten mit einseitigem Glaukom genau beobachtet werden sollten, insbesondere wenn das Fortschreiten der Erkrankung am ursprünglich diagnostizierten Auge festgestellt wird.

JAMA Ophthalmology, Oktober 2018


Die Anti-VEGF-Therapie für DME bietet langfristige Vorteile trotz ungleichmäßigen frühen Ansprechens.

Diese DRCR.net Protocol T-Studie untersuchte die zweijährigen Ergebnisse nach der Anti-VEGF-Behandlung bei diabetischem Makulaödem (DME). Die Ermittler untersuchten 616 Augen, die 6 monatliche Injektionen von Aflibercept, Bevacizumab oder Ranibizumab erhielten. Die 12-wöchige Visusantwort (VA) korrelierte trotz erheblich individueller Variabilität mit der Sehschärfe nach 2 Jahren. Eine suboptimale Verbesserung von weniger als 5 Buchstaben nach 12 Wochen war kein Hinderungsgrund dafür, bei der 2-jährigen Nachuntersuchung 10 oder mehr Buchstaben zu erhalten - auch wenn die Teilnehmer nicht die Therapie gewechselt haben. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Ärzte sich an das DRCR.net Anti-VEGF-Schema halten sollten.

American Journal of Ophthalmology, November 2018


Subretinales Stammzellenimplantat scheint sicher zu sein, aber die Visusergebnisse bleiben ungewiss.

In dieser Phase-1/2-Studie wurden die Sicherheit und Durchführbarkeit der Verwendung von retinalen Pigmentepithelzellen (RPE-Zellen) aus einem menschlichen Embryo zur Behandlung der fortgeschrittenen Stargardt-Krankheit untersucht. Zwölf Patienten erhielten subretinale Transplantate von 200.000 RPE-Zellen mit gleichzeitiger systemischer Immunsuppression für 13 Wochen. Jeder Patient zeigte eine subretinale Hyperpigmentierung, auch nach Beendigung der systemischen Immunsuppression. Trotz keinerlei Anzeichen einer Entzündung oder signi-fikanten Zellproliferation fanden die Autoren keine Verbesserungen bei Mikroperimetriemes-sungen, Visus oder visusbezogener Lebensqualität. Weitere Arbeiten sind erforderlich, um festzustellen, ob diese Behandlungen zu langfristigen Sehgewinnen führen können.

Ophthalmology, November 2018


Femtosekundenlaser verbessert die chirurgische Effizienz - zu einem hohen Preis.

Diese randomisierte kontrollierte Studie verglich die Effizienz der lasergestützten Katarak-toperation (FLACS) mit der konventionellen Phakoemulsifikation. Die Autoren analysierten 134 FLACS und 165 konventionelle Operationen. Der Einsatz von Femtosekundenlasern verkürzte die OP-Zeit des Patienten, verbesserte aber nicht die OP-Durchlaufzeit. Unter Verwendung eines etablierten Wirtschaftsmodells schätzen die Ermittler, dass jede FLACS-Operation etwa 183 US-Dollar mehr kostet als die herkömmliche Phakoemulsifikation. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Effizienzsteigerung die Mehrkosten von FLACS nicht ausgleicht.

British Journal of Opthalmology, November 2018

 

Thomas Neuhann kommentiert…

Hier finden Sie eine Auswahl von Kurzbesprechungen von Originalartikeln aus wissenschaftli-chen Zeitschriften, u.a. aus Ophthalmology, British Journal of Ophthalmology, American Journal of Ophthalmology, JAMA Ophthalmology, Journal of Cataract and Refractive Surgery, Survey of Ophthalmology, der Ophthalmologe, Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde.


Melles R et al. „Accuracy of Intraocular Lens Calculation Formulas.“ Ophthalmology. 2018 Feb;125(2):169-178.

Die Barrett Universal II IOL-Formel erwies sich in dieser Vergleichsuntersuchung an > 13.000 Augen als die Formel, die signifikant genauer war, als alle anderen (Reihenfolge: Olsen, Haigis, Holladay 2, Holladay 1, SRK/Tund Hoffer Q). Anmerkung: Wir haben ja jetzt die Barrett-Suite in unserem IOL-Master integriert.


Deng et al. „Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty: Safety and Outcomes: A Report by the American Academy of Ophthalmology.“ Ophthalmology. 2018 Feb;125(2):295-310.

OTA zur DMEK: Bestätigt alle inzwischen als etabliert zu betrachtenden Erkenntnisse: DMEK ist der DSAEK in praktisch allen relevanten Parametern überlegen; sie ist technisch etwas anspruchsvoller und braucht wohl mehr Rebubbeling.


Alió J et al. „Analysis of Accommodative Performance of a New Accommodative In-traocular Lens.“ J Refract Surg. 2018 Feb;34(2):78-83.

Eine neue akkommodative IOL (AkkoLens), die auf dem Prinzip beruht, zwei progressive Lin-senoptiken durch den Ziliarmuskel gegeneinander zu verschieben, erzielt eine nennenswerte Tiefenschärfe, die auch mit einer objektiv gemessenen (Autorefraktometer) Refraktionszu-nahme korreliert. Anmerkung: Klingt gut – aber solche Messergebnisse haben wir ja schon von einer ganzen Reihe solcher neuen Prinzipien gesehen, die sich dann tatsächlich in der klinischen Praxis nicht haben reproduzieren lassen... Wir werden sehen, wie es weitergeht...


Kamiy K et al. „Posterior chamber phakic intraocular lens implantation: comparative, multicentre study in 351 eyes with low-to-moderate or high myopia.“ Br J Ophthalmol. 2018 Feb;102(2):177-181.

351 Implantationen von ICL mit zentraler Öffnung („centraflow“) – davon 57 unter - 6,0 D – mit Nachbeobachtungen von einem Jahr: Gute Ergebnisse für Sicherheit (ein Verlust von zwei Zeilen), Wirksamkeit, Stabilität und Vorhersagbarkeit 98 % < 6 und 99 % > 6 D innerhalb von ± 1 D), zweimal Austausch (wegen Durchmesser bzw. Refraktion), keine schwerwiegenden Komplikationen. Anmerkung: Ergebnisse wie gewohnt gut – jetzt hätte man noch gerne die ersten Langzeitergebnisse.


V.i.S.d.P.    
Isabel Eymold Dr. Mignon Hann Miriam Quanz
Kongress-Sekretariat Kongress-Sekretariat MCN AG - Teamleitung Kongresse