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DOC-EXPRESS

Juli 2020

DOC - Aktuelles

Jetzt schon vormerken:
Der 33. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) findet vom 17. – 19. Juni 2021 in Nürnberg statt.

 

DOC News - gehört und gelesen

Beschleunigtes Cross-linking bei Kindern mit Keratokonus

Eine fünfjährige Verlaufsstudie unterstützt den Einsatz von Cross-Linking (CXL) bei pädiatrischem Keratokonus und zeigt Vorteile für die Anwendung eines Ansatzes mit erhöhter Bestrahlungsstärke bei kürzerer Anwendungszeit. In der retrospektiven, fallkontrollierten Studie wurden zwei verschiedene beschleunigte CXL-Protokolle bei 143 Augen von 86 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 15 Jahren verglichen. Eine Gruppe erhielt vier Minuten Bestrahlung mit 30mW/cm², die zweite Gruppe erhielt fünf Minuten Bestrahlung mit 18mW/cm². Beide Behandlungen hielten das Fortschreiten des Keratokonus auf. Die Patienten der zweiten Gruppe zeigten eine statistisch signifikante Reduktion der Gesamtzahl der Aberrationen höherer Ordnung und des Komas während der Visite nach fünf Jahren im Vergleich zur präoperativen Visite. Dies wurde in der ersten Gruppe nicht beobachtet.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, April 2020


Ergebnis von torischen Intraokularlinsen, die nach vorangegangener refraktiver Hornhautchirurgie implantiert wurden

Patienten, bei denen in der Vergangenheit eine LASIK oder PRK durchgeführt wurde, zeigen laut einer retrospektiven Studie einen signifikanten Rückgang des Astigmatismus, wenn ihnen torische IOLs implantiert werden. Die Studie umfasste 56 Augen mit früherer myoper LASIK/PRK und 19 Augen mit früherer hyperoper LASIK/PRK. Zur Beurteilung des präoperativen cornealen und postoperativen refraktiven Astigmatismus wurde die Vektoranalyse verwendet. Der mittlere Hornhautastigmatismus bei Myopie sank von 1,34 D präoperativ auf 0,36 D nach IOL-Implantation. Hyperope Fälle zeigten eine ähnliche Verbesserung, von durchschnittlich 1,66 D vor der Operation auf 0,34 D nach torischer IOL-Implantation. Die Mehrheit der Augen, 80% der myopen Fälle und 84% der hyperopen Fälle, wiesen bei der postoperativen Nachuntersuchung einen refraktiven Astigmatismus von 0,5 D oder weniger auf.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, April 2020


Wirkung eines Rho-assoziierten Kinase-Inhibitors auf die Apoptose menschlicher Hornhautendothelzellen

Rho-assoziierte Proteinkinase (ROCK)-Inhibitoren, besser bekannt in der Glaukombehandlung, könnten bei der Erhaltung von Hornhautgewebe in Hornhautbanken eine Rolle spielen. Die Apoptose von Hornhautendothelzellen ist ein bekanntes Problem bei Transplantaten, die im Speichermedium aufbewahrt werden, und hängt mit der Transplantationseignung zusammen. Das Überleben der Hornhautendothelzellen im Spenderhornhautgewebe ist für die Transparenz des Transplantats von entscheidender Bedeutung. Es hat sich gezeigt, dass selektive ROCK-Inhibitoren die Apoptose von kultivierten humanen Hornhautepithelzellen verringern. Eine Studie an humanen Spenderhornhautringen, die in einem kommerziellen Speichermedium aufbewahrt wurden, zeigte eine reduzierte Rate der frühen Apoptose und des späten Zelltods nach einer Woche, wenn ein ROCK-Inhibitor (Y-27632) eingesetzt wurde. Dies könnte wichtige Auswirkungen auf die Lagerung von Hornhautgewebe in Augenbanken haben. Darüber hinaus könnte sich die ROCK-Inhibition als nützlich erweisen, um das zukünftige Überleben des Transplantats zu fördern, stellen die Forscher fest. Weitere Studien sind geplant.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, April 2020


Fünf-Jahres-Follow-up von nicht betroffenen Mitaugen bei Patienten mit polypoidaler choroidaler Vaskulopathie

Die unilaterale polypoidale choroidale Vaskulopathie (PCV) kontralateraler Augen mit verzweigtem Gefäßnetz (BVN) erfordert eine sorgfältige Überwachung der zukünftigen Entwicklung einer PCV oder einer neovaskulären AMD (nAMD)- choroidalen Neovaskularisation (CNV), wie eine retrospektive Studie nahelegt. Die Studie schloss 48 Patienten mit unilateraler PCV ein. Nach fünf Jahren Nachbeobachtung entwickelten 17% eine PCV oder CNV am anderen Auge. Zu den Ausgangsmerkmalen, die signifikant mit der Entwicklung einer PCV korrelierten, gehörten die subfoveale Dicke der Aderhaut (p=0,001), eine unregelmäßige Erhöhung des retinalen Pigmentepithels (p<0,001), eine choroidale Gefäßerweiterung (p<0,001), eine choroidale vaskuläre Hyperpermeabilität (p<0,001) und das Vorhandensein eines verzweigten Gefäßnetzes (BVN) (p<0,001). Der einzige signifikante Risikofaktor für die Entwicklung einer nAMD war das BVN (p=0,045, Odds Ratio =24,66).

Ophthalmologica, Vol 243, Issue 3


Fluoreszenzlebensdauer-Muster der retinalen Pigmentepithel-Atrophie bei Patienten mit Morbus Stargardt und altersbedingter Makuladegeneration

Eine neue Studie weist darauf hin, dass atrophische Regionen des retinalen Pigmentepithels (RPE) bei Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration (AMD) eine längere Autofluoreszenzlebensdauer haben, als bei Augen mit Morbus Stargardt (STGD). Bei 30 Patienten mit geographischer Atrophie mit einem mittleren Alter von 78 Jahren war die mittlere Lebensdauer der retinalen Autofluoreszenz signifikant länger, als bei 13 STGD-Patienten mit einem mittleren Alter von 43,7 Jahren, sowohl im kurzen 498-560 nm Spektralkanal (997ps vs. 363ps), als auch im langen 560-720 nm Spektralkanal (880ps vs. 39 ps). Die Ergebnisse könnten zusätzliche Hinweise auf die zugrunde liegenden pathogenetischen Mechanismen liefern, stellen die Autoren fest.

Ophthalmologica, Vol 243, Issue 3


TPA und SF6-Gas wirksam bei der Aufhebung submakulärer Blutungen

Die intravitreale Injektion von rekombinantem Gewebeplasminogenaktivator (rtPA) und Schwefelhexafluoridgas (SF6) kann große submakuläre Blutungen (SMH) verdrängen und ermöglicht postoperative diagnostische Tests zur Steuerung weiterer Behandlungen, wie eine neue Studie zeigt. Die Autoren analysierten die Krankenakten von 96 konsekutiven SMH-Patienten, die sich einer intravitrealen Injektion von rTPA und SF6 mit anschließender Bauchlage unterzogen. Sie fanden heraus, dass die SMH bei 76% der Augen aus der Fovea verdrängt war. Es gab statistisch signifikante Korrelationen zwischen den nach der Blutverdrängung aufgedeckten Makulabefunden und den für die Grunderkrankung gewählten zusätzlichen Behandlungen.

Ophthalmologica, Vol 243, Issue 3

 

Thomas Neuhann kommentiert…

Hier finden Sie eine Auswahl von Kurzbesprechungen von Originalartikeln aus wissenschaftlichen Zeitschriften, u.a. aus Ophthalmology, British Journal of Ophthalmology, American Journal of Ophthalmology, JAMA Ophthalmology, Journal of Cataract and Refractive Surgery, Survey of Ophthalmology, der Ophthalmologe, Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde.


Baxter S et al. „Identification and Correction of Restrictive Strabismus After Pterygium Excision Surgery.“ Am J Ophthalmol. 2019 Jun;202(6):6-14.

In einer Serie von 15 Patienten, die nach ausgedehnten Pterygium-Operationen einen restriktiven Strabismus entwickelten, konnte diese allein durch die Exzision von Narbengewebe und Wiederherstellung der Augenoberfläche im Operationsbereich beseitigt werden, ohne dass ein Eingriff am Muskel (Internus-Rücklagerung) notwendig gewesen wäre.


Paune J et al. „Randomized Trial of Treat and Extend Ranibizumab with and without Navigated Laser Versus monthly dosing for Diabetic Macular Edema: TREX-DME 2-Year Outcomes.“ Am J Ophthalmol. 2019 Jun;202(6):91-99.

Drei Gruppen mit diabetischem Makulaödem im Vergleich: monatliche Injektionen von Lucentis®, Treat & Extend ohne zusätzliche navigierte Laserkoagulation und Treat & Extend mit zusätzlicher navigierter Laserkoagulation: Nach 2 Jahren kein statistisch signifikanter Unterschied in den Gruppen bezüglich Visusverbesserung und Rückgang der Netzhautdicke zentral, signifikant weniger Injektionen in den beiden T & E Gruppen, die wiederum untereinander ohne Unterschied waren.
Anmerkung: Bei diesem Studiendesign musste das Ergebnis zwangsläufig so ausfallen, zumal nach dem vergleichsweise geringen Verlauf von zwei Jahren: Dass T & E weniger Injektionen macht als monatlich, ist ja längst bekannt und ist ja der Sinn der Sache; ob die zusätzliche Laserkoagulation die Injektionshäufigkeit noch weiter senken kann, kann sich vermutlich nach zwei Jahren noch nicht zeigen, selbst wenn es so ist.


Patel S et al. „The Emergence of Private Equity in Ophthalmology.“ JAMA Ophthalmol. 2019 Jun;137(6):601-602.

Das Auftauchen von „Private Equity“ in der Augenheilkunde: Eine sehr amerikanische Sichtweise, mit im Grunde natürlich auch hierzulande immer wieder häufig geäußerten Argumenten und Besorgnissen. Insbesondere wird gewarnt vor einer übermäßigen Kommerzialisierung. Das kann man natürlich hier auch nicht annähernd erschöpfend ausdiskutieren. Fairerweise muss man aber dagegenhalten, dass auch in freiberuflichen Praxen kommerzialisierende, „rosinen-pickende“ etc. Verhaltensweisen nicht unbekannt sind und dass Kapitalgesellschaften ohne die Augenärzte gar nichts anfangen können: Es sind noch immer die – wir – Ärzte, die sich anständig ärztlich oder eben nicht so verhalten…


Nicholson L et al. „Retinal Nonperfusion Characteristics on Ultra-Widefield Angiography in Eyes with Severe Nonproliferative Diabetic Retinopathy and Proliferative Diabetic Retinopathy.“ JAMA Ophthalmol. 2019 Jun;137(6):626-631.

In dieser Studie wird gezeigt, dass proliferierende diabetische Retinopathie ganz wesentlich mit peripherer Nicht-Perfusion zusammenhängt, wie man sie mit Weitwinkel-Angiographie besonders gut darstellen kann.
Anmerkung: Das ist ja pathophysiologisch ganz logisch und zu erwarten – aber alle bisherigen Richtlinien etc. basieren ausschließlich auf den großen Studien (DRS, ETDRS), die nur die damaligen zusammengesetzten Standardbilder vom erweiterten hinteren Pol betrachtet haben. Jetzt haben wir es halt Gott sei Dank auch schwarz auf weiß – und dazu die Rechtfertigung unserer Routinepraxis, bei FLA von Diabetikern auch immer Weitwinkelaufnahmen aus den mittleren Phasen anzufertigen, die genau das Ausmaß peripherer Nichtperfusion zeigen sollen. (Ob es dann genau 118,3 oder nur 107,3 (wie hier identifiziert) Papillenareale sind, die „Alarm auslösen“ etc., ist für eine vernünftige klinische Beurteilung wirklich herzlich egal: aber Studien müssen einfach solche Zahlen generieren…).


Lu L et al. „High rate of recurrence of herpes zoster-related ocular disease after phacoemulsification cataract surgery.“ J Cataract Refract Surg. 2019 Jun;45(6):810-815.

Kataraktchirurgie nach Herpes Zoster Ophthalmicus mit Augenbeteiligung hatte eine etwas höhere Komplikationsrate in dieser Serie; besonders bemerkenswert war aber eine hohe Rezidivrate nach Kataraktoperationen.
Anmerkung: Das ist einmal wichtig für die Aufklärung solcher Patienten, zum anderen aber sicher ein wichtiges Argument, bei solchen Patienten prophylaktisch systemisch antiviral / antiherpetisch zu behandeln: Damit kann man eigentlich nichts falsch machen, wenn man es nicht macht, kann man aber offensichtlich viel falsch machen...


Oshika T et al. „In vitro comparison of delivery performance of 4 preloaded intraocular lens injector systems for corneal and sclerocorneal incisions.“ J Cataract Refract Surg. 2019 Jun;45(6):840-846.

Experimentelle Studie über unterschiedliche IOL-Injektoren und deren „Performance“. Das wichtigste Ergebnis hier scheint mir die Feststellung zu sein, dass die Injektion durch kleinere Inzisionen diese nicht so klein lässt, sondern sie größer aufreißt.
Anmerkung: Das bestätigt glücklicherweise sehr genau mein „Vorurteil“, dass die Linse einfach physikalisch eine bestimmte Inzisionsgröße braucht – wenn man sie durch eine kleinere hindurchquetscht, reißt sie sich diese halt selbst groß genug … da ist die gleich richtig geschnittene Inzisionen dann weniger traumatisch und besser für die spontane Abdichtung (einmal abgesehen davon, dass einige wenige zehntel Millimeter hin oder her bei den heutigen Dimensionen ohnehin irrelevant sind)...

     
V.i.S.d.P.    
Isabel Eymold Dr. Mignon Hann Miriam Quanz
Kongress-Sekretariat Kongress-Sekretariat MCN AG - Teamleitung Kongresse