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DOC-EXPRESS

Oktober 2020

DOC - Aktuelles

Jetzt schon vormerken:
Der 33. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) findet vom 17. – 19. Juni 2021 in Nürnberg statt.

 

DOC News - gehört und gelesen

Prospensity and quantification of aerosol and droplet creation during phacoemulsification with high-speed shadowgraphy amid COVID-19 pandemic

Journal of Cataract and Refractive Surgery, September 2020


In einer Laborstudie beobachteten und quantifizierten Forscher Aerosole und Tröpfchen, die während der Phakoemulsifikation erzeugt wurden, um die Möglichkeit der Verbreitung von COVID-19 durch Kataraktoperationen besser zu verstehen. Die Studie wurde an enukleierten Ziegenaugen und Hornhaut-Sklerarändern durchgeführt, die auf einer künstlichen Vorderkammer montiert waren. Es wurden Standard-Sculpt- und Quadrantentfernungseinstellungen mit 2,2- und 2,8-mm-Spitzen verwendet. Die Hochgeschwindigkeits-Schattengrafik wurde verwendet, um eventuell entstehende Tröpfchen und Aerosole zu zeigen, deren Größe als mittleres Ergebnismaß quantifiziert wurde. Die Untersuchung ergab keine Aerosolerzeugung in geschlossener Kammer, Längsphakoemulsifikation unter Verwendung einer Peristaltikpumpe mit gerader Spitze. Wenn die Wunde größer war, gab es ein Leck an der Hauptwunde, wobei die Zerstäubung "nur dann beobachtet wurde, wenn die Phakospitze neben der Augenoberfläche vollständig freigelegt war". Dies führte zu einem Tropfen von etwa 50 µm, der eine geschätzte maximale Ausbreitung von 1,3 m aufwies. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die Kataraktoperation während der COVID-19-Ära ohne Aerosolbildung während der Mikroinzision/Standard-Phako sicher durchzuführen ist, wenn angemessene Vorkehrungen zum Schutz vor anderen Übertragungswegen getroffen werden.


The best optical zone for small incision lenticule extraction in high myopic patients

Journal of Cataract and Refractive Surgery, September 2020


Angesichts der aktuellen Parameter für die Linsenextraktion durch kleine Inzision (SMILE), wie Hornhautkappendicke, Refraktionskorrektur, Restdicke des Stroma-Bettes und Durchmesser der optischen Zone, wird hochgradig kurzsichtigen Patienten das Verfahren mit geringerer Wahrscheinlichkeit angeboten. In dieser Studie wurde festgestellt, dass die programmierte optische Zone (POZ) für SMILE zwischen 5,0 und 8,0 mm eingestellt wird, wobei 6-7 in der klinischen Praxis häufig verwendet werden. Die Autoren der Studie schrieben, dass eine größere optische Zone eine bessere Sehqualität und weniger Aberrationen höherer Ordnung bieten kann. Ein Literaturüberblick identifizierte jedoch mehrere Parameterdesigns für stark myope Patienten, die vorteilhaft sein könnten, darunter ein 6,2 mm POZ für Patienten mit einer Myopie von mehr als -7,5 D. Ein 6,1-6,4 mm POZ im Vergleich zu 6,5-6,8 mm hatte eine etwas schlechtere Nachtsicht, aber die Gesamtsichtqualität war nicht signifikant vermindert. Die Autoren stellten auch fest, dass die Hornhautkappendicke "nach Anpassung der korrigierten sphärischen Äquivalenzleistung entsprechend der Hornhautkappendicke einen begrenzten Einfluss auf die langfristige Sehprognose und die Biomechanik der Hornhaut" hatte.


Comparison of clinical outcomes of three trifocal intraocular lenses

Journal of Cataract and Refractive Surgery, September 2020


Die klinischen Ergebnisse von drei Trifokallinsen - Fine Vision POD F (PhysIOL), RayOne Trifocal (Rayner) und AcrySof IQ PanOptix (Alcon) - wurden in diese prospektive, randomisierte, vergleichende Studie einbezogen. In jeder Gruppe gab es 15 Patienten, die eine bilaterale Implantation der ihnen zugewiesenen Linse erhielten (insgesamt 90 Augen). Sehschärfe, Refraktion, Defokussierkurve, Kontrastempfindlichkeit und subjektive Sehqualität wurden 3 Monate postoperativ beurteilt. Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen beim Fern-, Zwischen- und Nahvisus oder bei der postoperativen Refraktion. Ein binokular unkorrigierter Intermediärvisus von 0,10 logMAR oder besser wurde in 93,33% bzw. 86,67% in den Gruppen Fine Vision, RayOne und PanOptix beobachtet. Insgesamt gab es keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Kontrastempfindlichkeit oder der Qualität der Sehscores, obwohl die Autoren fanden, dass die RayOne-Gruppe einen geringeren Tiefenwahrnehmungsgrad aufwies als die FineVision-Gruppe.


Predicting Progression of Untreated Macular Pucker Using Retinal Surface En Face Optical Coherence Tomography volume

Ophthalmologica, Vol:243, Issue 5


Eine neue Studie legt nahe, dass die optische Kohärenztomographie mit En Face OCT den Sehverlust bei Augen mit unbehandelter prämakulärer Membran (PMM) mit Makula-Pucker (MP) genau vorhersagen kann. An der retrospektiven Beobachtungsstudie nahmen 342 Augen mit diagnostizierter PMM mit MP teil, die über einen mittleren Beobachtungszeitraum von 448 Tagen unbehandelt waren. Der Autor der Studie verwendete die Bildgebung der optischen Kohärenztomographie im Spektralbereich, um eine Reihe von Parametern der Netzhauterkrankung zu charakterisieren. Zusätzlich verwendeten sie ein en face-OCT, um den Bereich des verdickten Netzhautabschnitts zu identifizieren und zu berechnen. Bei den 20% der Augen, bei denen sich die Sehschärfe um zwei oder mehr Linien verschlechterte, war der einzige konsistente Prädiktor der PMM-Progression der Bereich der Netzhautverdickung.


Rate of Postoperative Autofluorescent Macular Shift with Expanding Gas Bubble Tamponade and No Prone Posture Ambulatory Care in Patients with Macula-Involved Retinal Detachment.

Ophthalmologica, Vol:243, Issue 5


Eine neue Studie deutet darauf hin, dass Patienten mit Netzhautablösung die besten Ergebnisse erzielen können, wenn sie in der frühen Operationsphase nach einer Retinopexie mit Gastamponade ohne Bauchlage bleiben. Die single-center retrospektive Serie umfasste 67 Augen mit Makula-involvierter Netzhautablösung und superioren Rissen, die mit Vitrektomie, Retinopexie und Gastamponade behandelt wurden und keine Bauchlage hatten. Die postoperative anatomische Erfolgsrate betrug 89%, nur 26% hatten eine Fundus-Autofluoreszenz-Bildgebungs-Makulaverschiebung. Die Autoren stellen fest, dass dies die niedrigste Rate einer FAF-Verschiebung ist, die bisher bei Patienten mit Makula-involvierter RD berichtet wurde.


Comparing Heads-Up versus Binocular Microscope Visualization Systems in Anterior and Posterior Segment Surgeries: A Retrospective Study Ophthalmologica 2020.

Ophthalmologica, Vol:243, Issue 5


Dreidimensionale (3D) Heads-up-Visualisierungssysteme können die operative Geschicklichkeit in der Katarakt- und Hornhautchirurgie verbessern, aber die operative Geschicklichkeit in der vitreoretinalen Chirurgie verringern, so ein neuer Bericht. An der Studie nahmen fünf Chirurgen und ihre jeweiligen Assistenzärzte teil, die sowohl Katarakt- und Hornhautoperationen, als auch vitreoretinale Eingriffe mit einem 3D-Visualisierungssystem (Ngenuity, Alcon) und einem konventionellen Operationsmikroskop (OPMI LUMIRA 700, Zeiss) durchführten. In ihren Antworten auf einen nach jeder Operation ausgefüllten Fragebogen berichteten die Teilnehmer über keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Systemen hinsichtlich des Operationsrisikos, der intraoperativen Komplikationen und des visuellen oder körperlichen Komforts bei beiden Arten von Eingriffen. Mit dem Heads-up-System berichteten sie jedoch über eine leicht verbesserte operative Fertigkeit bei Eingriffen am vorderen Augenabschnitt und eine verringerte operative Fertigkeit bei vitreoretinalen Eingriffen.

 

Thomas Neuhann kommentiert…

Hier finden Sie eine Auswahl von Kurzbesprechungen von Originalartikeln aus wissenschaftlichen Zeitschriften, u.a. aus Ophthalmology, British Journal of Ophthalmology, American Journal of Ophthalmology, JAMA Ophthalmology, Journal of Cataract and Refractive Surgery, Survey of Ophthalmology, der Ophthalmologe, Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde.


Bothun E et al. „Outcomes of Unilateral Cataracts in Infants and Toddlers 7 to 24 Months of Age: Toddler Aphakia and Pseudophakia Study (TAPS).“ Ophthalmology. 2019 Aug;126(8):1189-1195.

Ein Register kindlicher Katarakt-Operationen im Alter zwischen 7 und 24 Monaten. 90% erhielten eine IOL, das gesamte Resultat- und Komplikationsspektrum ist ordentlich (z. B. Visus = 0,5 bei 11% - Visus = 0,1 bei 44%) – Reoperationen und Komplikationen waren bei der Gruppe 7 – 12 Monate nicht schlechter als bei der Gruppe 12 – 24 Monate.


Rishi P et al. „Retinal Detachment after Phakic Intraocular Lens Implantation: A 10-Year Multicenter Study.“ Ophthalmology. 2019 Aug;126(8):1198-1200.

Ein kurzer „Report“ zu Netzhautablösung nach Implantation phaker IOL bei Myopie (ICL): Interessantes Zahlenmaterial (1.248 Augen über 10 Jahre – -3.0 bis -26 D) – davon 10 Ablösungen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die OP kein ersichtliches zusätzliches Risiko darstellt – das wesentliche Risiko ist die Myopie.


Rong A et al. „Predictors of Neovascular Glaucoma in Central Retinal Vein Occlusion.“ Am J Ophthalmol. 2019 Aug;204(8):62-69.

Bei Zentralvenenverschluss kann intravitreale Therapie ein Neovaskularisationsglaukom zwar hinauszögern, aber nicht sicher letztlich verhindern:
Anmerkung: …Darum auch hier: Bei massiver Ischämie panretinal Lasern nicht vergessen!


Jonker S et al. „Risk factors for explantation of iris-fixated phakic intraocular lenses.“ J Cataract Refract Surg. 2019 Aug;45(8):1092-1098.

Aus Holland: Von 1.037 Augen mit einer iris-fixierten phaken IOL zwischen 1998 und 2016 (Mittlere Nachbeobachtung gut fünf Jahre, alle Implantationen durch den gleichen sehr erfahrenen Chirurgen!!!): 120 Linsen mussten explantiert werden – nach durchschnittlich knapp 14 Jahren. Bei 60% war die Ursache Kataraktbildung, bei einem Drittel zunehmender Endothelverlust.
Anmerkung: Interessant finde ich die Überlebenskurven – Standard-Linse bei Myopie deutlich besser als für die Artiflex® und Hyperopie.


Eldanasoury A et al. „Long-Term Effect of Anterior Chamber Depth on Endothelial Cell Density in Patients with Iris-Fixated Phakic Intraocular Lenses.“ J Refract Surg. 2019 Aug;35(8):493-500.

Der Endothelverlust nach Implantation einer phaken Artisan®-IOL nach zwischen 9 und 17 Jahren Nachbeobachtung war signifikant höher bei Augen mit weniger tiefen Vorderkammern, als bei solchen mit tiefen und sehr tiefen Vorderkammern. Aus den Zahlen schließen die Autoren, dass die Vorderkammertiefe (inklusive Hornhautdicke) über 3,35 mm bzw. die lichte Tiefe über 2,75 mm den Endothelverlust signifikant senken.


Ozer M et al. „Long-Term Results of Accelerated Corneal Cross-Linking in Adolescent Patients with Keratoconus.“ Cornea. 2019 Aug;38(8):992-997.

In dieser Serie von insgesamt 35 Augen / 23 Patienten mit Keratokonus im Alter von unter 14 Jahren wurde nach etwa fünf Jahren bei 20% trotz CXL Progression festgestellt!

     
V.i.S.d.P.    
Isabel Eymold Dr. Mignon Hann Miriam Quanz
Kongress-Sekretariat Kongress-Sekretariat MCN AG - Teamleitung Kongresse