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DOC-EXPRESS

Juni 2019

DOC - Aktuelles

Jetzt schon vormerken:
Der 33. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) findet vom 18. – 20. Juni 2020 in Nürnberg statt.

Die Abstract-Einreichung für wissenschaftliche Kurzvorträge (Free Paper) und ePoster ist ab Oktober 2019 über die Kongresshomepage möglich.

 

DOC News - gehört und gelesen

Die Prävalenz von retinalen Venenverschlüssen: Zusammengefasste Daten aus Bevölkerungsstudien aus den Vereinigten Staaten, Europa, Asien und Australien

Zusammengefasste Daten aus Populationsstudien aus den USA, Europa, Asien und Australien deuten darauf hin, dass weltweit etwa 16 Millionen Menschen an retinalen Venenverschlüssen (RVV) leiden. Eine Analyse von 11 Studien mit 49869 Patienten ergab, dass die Prävalenz 5,20 pro 1000 für jeden Venenverschluss, 4,42 pro 1000 für die Venenastverschlüsse und 0,80 pro 1000 für die Zentralvenenverschlüsse betrug. Die Prävalenz nahm mit dem Alter zu und variierte je nach Rasse / Ethnie, aber nicht nach Geschlecht. Die alters- und geschlechtsstandardisierte Prävalenz eines retinalen Venenverschlusses lag bei 3,7 pro 1000 bei Kaukasiern, 3,9 pro 1000 bei Schwarzen, 5,7 pro 1000 bei Asiaten und 6,9 pro 1000 bei Lateinamerikanern.

Ophthalmologica 2019, Band 241. Ausgabe 2


Eine randomisierte kontrollierte Studie, die Femtosekunden-Laserunterstützte Kataraktoperationen mit konventionellen Phacoemulsifikationen vergleicht.

Eine große randomisierte klinische Studie verglich die klinischen Ergebnisse der konventionellen Phakoemulsifikationschirurgie (KPC) mit der lasergestützten Kataraktoperation (FLACS) an 400 Patienten. Die FLACS-Verfahren verwendeten das LensX-Lasersystem. Alle Operationen wurden mit einem gravitationsfluidischen Torsions-Phakoemulsifikationsgerät (Infiniti) durchgeführt. Bei einer vierwöchigen Nachbeobachtungszeit fand die Studie keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Behandlungsmodalitäten, außer einer signifikanten Reduktion der hinteren Kapselrupturen in der FLACS-Gruppe. Die Studie umfasste Messungen der postoperativen Sehschärfe, der Hornhautdicke und des Endothelzellverlustes. Sieben Patienten (3,5 %) der FLACS-Gruppe konnten die Operation nicht abschließen und erhielten KPC. Die Rate des hinteren Kapselrisses betrug 3 % in der Phakogruppe und 0 % bei FLACS-Patienten (p=0,03). Die Studie zeigte keine statistisch signifikante Reduktion der Phakoemulsifikationsenergie zwischen den beiden Gruppen.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, Januar 2019


Die Gefahr von Herpes in der Augenchirurgie

Prävention der herpetischen Reaktivierung unerlässlich bei Risikopatienten nach Hornhautchirurgie

Augenärzte sollten Vorsichtsmaßnahmen bei Augen mit einer Vorgeschichte von Herpes simplex Keratitis (HSK) und Herpes zoster ophthalmic (HZO) treffen, sagte Marc Labetoulle (MD, Paris Frankreich). Die Hornhautchirurgie bringt mehrere auslösende Faktoren für die Reaktivierung von HSV und HZO mit sich, darunter Nerventrauma, Steroide und Entzündungen.
Er stellte fest, dass fast jeder ein Kandidat für die Reaktivierung des HSV oder Varizella Zoster Virus (VZV) ist, da 90 % der 50-jährigen Menschen Antikörper gegen HSV und VZV haben. Das Vorhandensein der Viren im Trigeminusganglion beträgt 80 % im Alter von 20 Jahren und 100 % im Alter von 60 Jahren, auch bei einigen wenigen Patienten ohne Antikörper.

Das Lebenszeitrisiko von Herpes zoster beträgt 10 bis 20 % und wird bei HIV-infizierten Patienten mit einem Rezidiv von 25 % gegenüber 4 % bei immunkompetenten Patienten um das 15fache erhöht. Da HZO 10 bis 20 % aller Herpes-Zoster-Infektionen ausmacht, liegt das Lebenszeitrisiko von HZO bei 1-4 %. Gleichzeitig beträgt das Lebenszeitrisiko für Herpes simplex Keratitis 0,23 % bis 30 Jahre, 0,4 % bis 50 Jahre, aber 0,94 % bis 80 Jahre.

Zu den Risikofaktoren für die Reaktivierung gehören physikalische Faktoren wie ultraviolette Strahlung, Kälte, Augenchirurgie wie Keratoplastik, Refraktions- und Kataraktchirurgie, Hornhautvernetzung und Irislaserchirurgie. Es gibt auch biologische Auslöser wie immunsuppressive Behandlungen, steroidhaltige ophthalmologische Lösungen, Fieber und Vollnarkose.

Die Kataraktchirurgie trägt inzwischen einen eigenen Satz von Risikofaktoren für die HSV-Reaktivierung und Hornhaut-Nervenverletzungen, da sie eine Kombination mehrerer Risikofaktoren beinhaltet, darunter Stress und Müdigkeit durch frühes Aufwachen und postoperative Entzündungen. Andere Faktoren können präoperative Augentropfen wie präoperative Alpha-Mimetika und postoperative Steroide sein.

Bei der Planung einer Hornhaut- oder Kataraktoperation ist es daher unerlässlich, den HSV- und VZV-Status aller Patienten zu überprüfen. Risikopatienten sollten mindestens zwei Tage vor dem Eingriff eine prophylaktische Behandlung mit antiviralen Medikamenten wie Acyclovir oder Famciclovir erhalten und die Behandlung sollte mindestens so lange wie die postoperative Steroidbehandlung andauern.

Er fügte hinzu, dass in solchen Fällen nur eine systemische Behandlung sinnvoll ist. Die Forschung zeigt, dass die Rezidivrate bei Hornhauttransplantaten bei systemischer Behandlung nur 12 % beträgt, verglichen mit über 50 % bei topischer Behandlung. Darüber hinaus beträgt die Abstoßungsrate bei der topischen Behandlung 52 % gegenüber 20 % bei der systemischen Behandlung.

Praktische Empfehlungen im Umgang mit Patienten mit einer Vorgeschichte von Herpes simplex Keratitis oder HZO beinhalten die Verzögerung der Kataraktoperation um drei bis sechs Monate und die Verwendung systemischer antiviraler Mittel, beginnend zwei Tage vor der Operation, solange die Risikofaktoren bestehen, mindestens solange der Patient Steroide erhält.

Dr. Labetoulle warnte davor, dass die antivirale Prophylaxe nicht ohne Risiko ist. So können beispielsweise bei Patienten mit idiopathischer Thrombopenie die antiviralen Mittel die Blutplättchen auf ein gefährliches Niveau senken. Bei Patienten mit bereits bestehendem Nierenversagen muss die Dosierung an die Kreatinin-Clearance angepasst werden. Sie können auch die Leberfunktion stören. Er bemerkte auch, dass sie nicht alle Wiederholungen verhindern, da einige HSV-Varianten Mutationen aufweisen, die zu einer Auswahl an resistenten Virusstämmen führen.

Bei Patienten mit einer Vorgeschichte von HZO sollten Chirurgen auch auf der Hut vor postviraler Keratitis sein. Die Beurteilung der Hornhautempfindlichkeit ist daher zwingend erforderlich, um eine mögliche neurotrophische Keratitis zu erkennen. Die Hornhautperforation kann bei Augen mit der Erkrankung bei Verwendung von NSAIDS auftreten.

Er fügte hinzu, dass HZO in Zukunft mit dem Aufkommen des Varicella-Zoster-Impfstoffs glücklicherweise weniger verbreitet sein wird. Es sollte die Zahl der Kataraktkandidaten reduzieren, die bereits eine Herpes-Zoster-Infektion hatten, und auch das Risiko von erneuten Episoden einer wiederkehrenden Entzündung verringern.

Eurotimes, April 2019


Refraktive Ergebnisse der Phakoemulsifikation nach Pars-Plana-Vitrektomie unter Verwendung traditioneller und neuer Berechnungsformeln für intraokulare Linsen.

Die Vorhersage der refraktiven Ergebnisse nach einer Kataraktoperation bei Patienten nach einer Vitrektomie ist eine Herausforderung. US-Forscher bewerteten die Ergebnisse in einer retrospektiven Fallserie mit 61 Augen von 57 Patienten im Durchschnittsalter von 60 Jahren. Zu den Indikationen für die Vitrektomie gehörten Makulaforamen, Macular Pucker, Glaskörperblutungen, Netzhautablösungen, proliferative diabetische Retinopathie mit vitreomakulärer Traktion und optisch signifikante Glaskörperdebris mit blebassoziierter Endophthalmitis nach Behandlung mit intravitrealen Antibiotika. Statistisch signifikante Unterschiede zwischen den vorhergesagten und tatsächlichen refraktiven Ergebnissen wurden mit allen verwendeten Formeln gefunden, mit Ausnahme von WKA Holladay und WKA SRK/T. Die Holladay 2 hatte den höchsten Prozentsatz an Ergebnissen innerhalb von 0,5 D (60,42%). Angesichts der Variabilität bei der Vorhersage refraktiver Ergebnisse sollten Patienten entsprechend beraten werden, so die Forscher abschließend.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, März 2019

Langfristige Wirksamkeit und Sicherheit der trabekulären Mikro-Bypass-Implantation bei Kataraktoperationen für Patienten mit Glaukom oder okulärer Hypertension: Fünf-Jahres-Ergebnisse

Die Implantation eines trabekulären Mikro-Bypassstents bei Glaukompatienten, die sich einer Kataraktoperation unterziehen, bietet erhebliche, dauerhafte und sichere IOP-Reduktionen, so das Fazit einer fünfjährigen prospektiven Studie. Die Studie umfasste 65 Augen von 43 Patienten mit Offenwinkelglaukom oder okulärer Hypertension. Bei den Augen mit zusätzlicher Glaukomoperation sank der mittlere fünfjährige IOD um 38 % auf 14,7 mmHg +/- 3,0. Etwa 92 % der Augen hatten einen durchschnittlichen Fünf-Jahres IOP von 18 mm Hg oder weniger und 65 % einen IOP von 15 mmHg oder weniger. Die Medikamente wurden um 75 % auf 0,5 +/- 0,9 Medikamente gegenüber 2,0 +/- 1,0 präoperativ reduziert, wobei nur 4 % der Augen auf Drei-Vier-Medikamente gegenüber 28 % präoperativ eingestellt waren. Mehr als zwei Drittel der Fälle waren medikamentenfrei gegenüber 5% präoperativ. Die Sicherheit war während des gesamten Follow-up positiv.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, März 2019

Dauer nicht Anzahl der Anti-VEGF-Behandlungen ein primärer Risikofaktor für RPE-Atrophie

Die Post-Hoc-Analyse von 52 Patienten mit neovaskulärer altersbedingter Makuladegeneration (AMD) ohne retinale Pigmentepithelatrophie (RPE), die drei oder mehr Jahre lang mit neun oder mehr Injektionen mit antivaskulärem endothelialem Wachstumsfaktor (VEGF) behandelt wurden, zeigte, dass der Beginn der begleitenden RPE-Atrophie signifikant mit der Dauer der nAMD-Behandlung verbunden war (Mittelwert 5.34 Jahre, Odds Ratio=1,83, p=0,012), aber nicht die Anzahl der Injektionen von Anti-VEGF, Verzögerung der ersten Behandlung oder Baseline intraokulares Anti- VEGF.

Ophthalmologica 2019, Band 241, Ausgabe 3

 

Thomas Neuhann kommentiert…

Hier finden Sie eine Auswahl von Kurzbesprechungen von Originalartikeln aus wissenschaftlichen Zeitschriften, u.a. aus Ophthalmology, British Journal of Ophthalmology, American Journal of Ophthalmology, JAMA Ophthalmology, Journal of Cataract and Refractive Surgery, Survey of Ophthalmology, der Ophthalmologe, Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde.


Von Livonius B. „Optische Versorgung von Sehbehinderten“. Klin Monatsbl Augenheilkd. 2018 Jul;235(7):847-859.

Sehr gute zusammenfassende Darstellung der Möglichkeiten der Rehabilitation Sehbehinderter. Anmerkung: Sehr zur aufmerksamen Lektüre und zum Studium empfohlen: Ein Augenarzt muss darüber Bescheid wissen, weil es auch grundsätzlich zu unserem Beruf und zu unseren Aufgaben als Augenärzte gehört, zu wissen und verfügbar zu machen, „was noch geht, wenn sonst nichts mehr geht“… Herunterladen – Studieren – zu den Unterlagen nehmen!


Kansal V et al. „Interocular Axial Length and Corneal Power Differences as Predictors of Postoperative Refractive Outcomes after Cataract Surgery“. Ophthalmol. 2018 Jul:125(7):972-981.

Wenn die Achsenlänge beider Augen sich um = 0,2 mm unterscheidet, steigt das Risiko – mit zunehmendem Unterschied immer mehr –, dass die Zielrefraktion nach Phako + IOL um mehr als 0,5 D verfehlt wird. Unterschiede in der Keratometrie zwischen beiden Augen sind nicht nennenswert mit Verfehlung der Zielrefraktion verbunden. Anmerkung: Bei größeren Achsenlängenunterschieden zwischen beiden Augen, die nicht offensichtlich durch eine immer schon bekannte Anisometropie bedingt sind, sollte man also immer noch mal nachmessen, damit es nicht einfach nur eine Fehlmessung ist.


Adrean S et al. „Consistent Long-Term Therapy of Neovascular Age-Related Macular Degeneration Managed by 50 or More Anti–VEGF Injections Using a Treat-Extend-Stop Protocol“. Ophthalmol. 2018 Jul:125(7):1047-1053.

Wenn man eine IVOM-Therapie bei feuchter Makuladegeneration nach dem TE-Schema konsequent durchzieht, kann der ursprünglich erzielte funktionelle Gewinn über sehr lange Zeit (in dieser Studie bis acht Jahre) erhalten bleiben.


Radhakrishnan S et al. „Laser Peripheral Iridotomy in Primary Angle Closure“. Ophthalmol. 2018 Jul;125(07):1110-1120.

Ein OTA der AAO zur LaserIridotomie bei primärem Winkelblock. Grundsätzlich gutes Sicherheitsprofil und nachweisliche Kammerwinkelvertiefung. Es gibt keine ausreichende Datenlage zum Vergleich der Wirksamkeit der peripheren Laseriridotomie mit anderen Verfahren – zwei methodisch saubere Studien zeigen die Überlegenheit der Linsenextraktion gegenüber nur Iridotomie beim Anfalls- und beim chronischen Winkelblockglaukom mit Drucken > 30 mmHg. Anmerkung: Bei den meisten Laseriridotomien, die bei Verdachtsfällen durchgeführt werden und bei denen später nichts passiert, weiß man ohnehin nicht, ob sie überhaupt nötig gewesen wären; andererseits ist das Sicherheitsprofil der Iridotomie so gut, dass man im Zweifel „auf der sicheren Seite irren“ darf. Wenn der Winkelblock aber akut oder chronisch manifest wird, tut man gut daran, Nägel mit Köpfen zu machen und durch die Entfernung der Linse, mit der man ja nichts verliert, die Platzverhältnisse im Kammerwinkel ein für alle Mal auf der sicheren Seite zu regulieren.

V.i.S.d.P.    
Isabel Eymold Dr. Mignon Hann Miriam Quanz
Kongress-Sekretariat Kongress-Sekretariat MCN AG - Teamleitung Kongresse