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DOC-EXPRESS

August 2019

DOC - Aktuelles

Jetzt schon vormerken:
Der 33. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) findet vom 18. – 20. Juni 2020 in Nürnberg statt.

Die Abstract-Einreichung für wissenschaftliche Kurzvorträge (Free Paper) und ePoster ist ab Oktober 2019 über die Kongresshomepage möglich.

 

DOC News - gehört und gelesen

Aktuelle Ergebnisse der Anti-VEGF-Therapie bei der Behandlung von Makulaödemen bei retinalem Venenverschluss: Eine Meta-Analyse

Eine neue Meta-Analyse scheint die Sicherheit und Wirksamkeit von Therapien mit anti-VEGF für Patienten mit zystoidem Makulaödem nach einem Venenastverschluss zu bestätigen. Die Meta-Analyse umfasste insgesamt 1.236 Augen aus 22 peer-reviewed randomisierten kontrollierten Studien und Beobachtungsstudien, die mit Hilfe der elektronischen Datenbanken PubMed, Embase und Cochrane identifiziert wurden. Die Analyse zeigte, dass die Anti-VEGF-Behandlung die bestkorrigierte Sehschärfe nach 12 Monaten um durchschnittlich 14 Buchstaben (p<0,001) verbesserte und die zentrale foveale Dicke um durchschnittlich 228 Mikrometer (p<0,001) reduzierte. Darüber hinaus ergab die bestkorrigierte Sehschärfe nach 24 Monaten einen durchschnittlichen Zuwachs von 12,5 Buchstaben (p<0,001) sowie eine Verringerung der zentralen fovealen Dicke von 238 Mikrometer (p<0,001) gegenüber den Ausgangswerten. In keiner Studie wurden Fälle von Endophthalmitis oder Glaukom gemeldet.

Ophthalmologica, Band 242 Ausgabe 1


Eine Kosten-Nutzen-Analyse der Katarakt-Chirurgie 2018 in den USA

Wie kostengünstig ist eine Kataraktoperation? Eine aktuelle Studie untersuchte Kosten und Nutzen im Jahr 2018 in den USA. Die Forscher fanden heraus, dass bei der Entfernung eines Grauen Stars am ersten Auge ein Wertzuwachs von 33,3% für den Patienten und ein Gewinn an Lebensqualität von 25,5% zu verzeichnen war. Bei der bilateralen Chirurgie betrug der Wertzuwachs für den Patienten 44,1%, allein bei der zweiten Augenoperation 8,1%. Während es für die Kataraktoperation am ersten Auge einen Gewinn von 2,52 qualitätsangepassten Lebensjahren (QALY) gab, betrug der Gewinn für das zweite Auge 0,81. Für das erste Auge betrug das Kosten-Nutzen-Verhältnis 1.001 $ pro QALY und für das zweite Auge 3.101 $, während es für die bilaterale Kataraktoperation 1.514 $ betrug. Die Ermittler fanden heraus, dass der Netto-Investitionserlös für die Kataraktoperation des ersten Auges über einen Zeitraum von 14 Jahren mit 370.018 Dollar über den 2.526 Dollar lag, die für die Operation ausgegeben wurden. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Kataraktoperation sowohl am ersten als auch am zweiten Auge sehr kosteneffizient ist.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, Juli 2019


Wirkung der Lufttamponade auf die Neigung der intraokularen Linse nach kombinierter Phakoemulsifikation mit Vitrektomie

Im Vergleich zu einer BSS-Lösung (Balanced salt solution) führt die Lufttamponade bei kombinierten Phakoemulsifikations- und Vitrektomieverfahren nach den Ergebnissen einer neuen randomisierten Studie nicht wesentlich mehr zu Neigung oder Abkippen der IOL. Bei 34 Patienten, die für das kombinierte Verfahren vorgesehen waren, betrug die Neigung der IOL durchschnittlich 4,1 +- 1,9°, ohne signifikante Unterschiede zwischen der BSS-Lösung und den Lufttamponadegruppen (p=0,462). Es gab auch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen in Bezug auf das Abkippen, welche einen Gesamtmittelwert von 0,31 mm (p=0,42) aufwies.

Ophthalmologica, Band: 242, Ausgabe 1


Präoperative Überlegungen und Anästhesiemanagement bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe nach ophthalmologischer Operation - fokussiert und narrativ.

In dieser Literaturübersicht untersuchten die Forscher die obstruktive Schlafapnoe und ihre Prävalenz bei verschiedenen ophthalmologischen Erkrankungen. Sie fanden heraus, dass Patienten mit Atemstillstand infolge einer Obstruktion der oberen Atemwege während des Schlafes eine erhöhte Prävalenz an einigen Erkrankungen hatten. Zu diesen gehörten Glaukom, Katarakt, Keratokonus, Erschlaffung der Augenlider, Chorioretinopathia centralis serosa und nicht-arteritische anteriore ischämische Opticusneuropathie. Die Ermittler wiesen darauf hin, dass einige dieser Erkrankungen eine Operation erfordern können und dass mehr als 80% der chirurgischen Patienten mit Schlafapnoe nicht erkannt werden. Sie empfehlen, dass bei allen chirurgischen Patienten ein Screening auf obstruktive Schlafapnoe durchgeführt wird. Die Forscher drängten darauf, dass komorbide Zustände, die mit einer obstruktiven Schlafapnoe verbunden sind, wie Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Diabetes, Arrhythmien, Herzinsuffizienz und Schlaganfall, vor der Operation optimiert werden. Der Bericht zeigte auch die besten präoperativen Anästhesiepraktiken in dieser Zielgruppe auf.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, Juli 2019


Bilaterale intravitreale anti-VEGF-Injektionen am selben Tag: Erfahrung eines großen kanadischen Netzhautzentrums

Die bilateralen intravitrealen Anti-VEGF-Injektionen am selben Tag haben eine geringe Komplikationsrate und sind laut den Autoren einer retrospektiven Studie gut verträglich. Die Single-Center-Studie umfasste 524 Augen von 262 Patienten, die durchschnittlich 18,7 gleichzeitige bilaterale intravitreale Anti-VEGF-Injektionen erhielten. Die Inzidenz der Endophthalmitis betrug 0,01% und es gab zwei Episoden einer akuten intraokularen Entzündung unter den 9.798 Injektionen (0,02%). Es gab zwei Todesfälle (0,76%) aufgrund nichtvaskulärer Ursachen, aber es wurden keine vaskulär bedingten systemischen Nebenwirkungen gemeldet.

Ophthalmologica, Band 242, Ausgabe 1


Intraoperative Aberrometrie versus präoperative Biometrie zur Bestimmung der Intraokularlinse bei kurzen Augen

Augen mit kurzer axialer Länge neigen dazu, bei der Kataraktoperation weniger genaue refraktive Ergebnisse zu erzielen als Augen, mit normaler oder langer Achsenlänge. Um festzustellen, welche präoperativen, biometrischen Formeln bei kurzen Augen am besten funktionieren könnten, führten die Forscher eine retrospektive Studie mit 51 Augen an 38 Patienten durch. Der vorhergesagte restliche Brechungsfehler wurde präoperativ mit den Formeln Hoffer Q, Holladay 2, Haigis, Barrett Universal II und Hill-RBF sowie mittels intraoperativer Aberrometrie berechnet. Insgesamt unterschied sich die intraoperative Aberrometrie nicht signifikant von den besten präoperativen biometrischen Methoden zur Auswahl der IOL-Leistung bei kurzen Augen. Insbesondere wenn die intraoperative Aberrometrie mit der präoperativen Vorhersage um mehr als 0,5 D nicht übereinstimmte, war die Fähigkeit der intraoperativen Aberrometrie, ein mehr emmetropes Ergebnis zu erzielen, nicht besser als der Zufall.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, Juni 2019

 

Thomas Neuhann kommentiert…

Hier finden Sie eine Auswahl von Kurzbesprechungen von Originalartikeln aus wissenschaftlichen Zeitschriften, u.a. aus Ophthalmology, British Journal of Ophthalmology, American Journal of Ophthalmology, JAMA Ophthalmology, Journal of Cataract and Refractive Surgery, Survey of Ophthalmology, der Ophthalmologe, Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde.


Starr M et al. „Outcomes of Cataract Surgery in Patients With Exudative Age-related Macular Degeneration and Macular Fluid“. Am J Ophthalmol. 2018 Aug;192(8):91-97.

Patienten mit einer feuchten AMD, zumal wenn sie aktiv mit IVOM gemanagt werden, können ohne Verschlechterungsrisiko kataraktoperiert werden. Anmerkung: Wusste man schon, wird aber unverdrossen von vielen nicht zur Kenntnis genommen und den Patienten unnötig Angst gemacht.


Lorés-Motta L et al. „Association of Genetic Variants With Response to Anti-Vascular Endothelial Growth Factor Therapy in Age-Related Macular Degeneration“. JAMA Ophthalmol. 2018 Aug;136(8):875-884.

Es gibt derzeit noch keine belastbaren Daten, dass gutes oder schlechtes Ansprechen auf Anti-VEGF-Therapie bei feuchter AMD in Zusammenhang mit bestimmten genetischen Varianten steht. Für einige seltene Varianten gibt es angedeutete Hinweise für eine schlechtere Wirksamkeit, aber das bedarf noch erheblicher weiterer Abklärung. Anmerkung: Ein weiterer Grund, warum – so wichtig die Molekulargenetik ist – eine solche Diagnostik bei AMD im Moment noch ohne Konsequenz ist.


Savini G et al. „Intraocular lens power calculation using a Placido disk-Scheimpflug tomographer in eyes that had previous myopic corneal excimer laser surgery“. J Cataract Refract Surg. 2018 Aug;44(8):935-941.

Beste IOL-Berechnungen nach LASIK bzw. PRK: Keratometrie mit Scheimpflug-Tomographie (in dieser Studie mit Galilei). Unter den Formeln, die „historischer“ Daten, also vor refraktiver Chirurgie, einbeziehen, waren die Formeln von Masket, Savini und TCP1 (HH-Brechungsindex 1,376) am besten, Barrett True K und Raytracing waren fast gleich gut (um 70% innerhalb von ±0,5 D). Ohne „historische“ Daten ist Raytracing mit am besten, gleich gefolgt von Barrett True K (war tendenziell bisschen myop). Anmerkung: Wunderbar, dass das mal jemand gemacht hat. Mit OKULIX und Barrett liegt man also jedenfalls im Top-Bereich – zumal wir ja oft keine Vor-Daten haben...


Shetty R et al. „Wavefront-Guided LASIK has Comparable Ocular and Corneal Aber-rometric Outcomes but Better Visual Acuity Outcomes Than SMILE in Myopic Eyes.“ J Refract Surg. 2018 Aug;34(8):527-532.

Mit dem neuen IOL-Master® 700 gemessener totaler Astigmatismus (aus Vorder- und Rückflächenastigmatismus) ist nicht signifikant unterschiedlich von demjenigen, der sich aus dem Goggin-Nomogram ergibt. „Deshalb erscheint es hinreichend sicher, die gemessenen Werte zur Berechnung torischer IOL heranzuziehen“. Anmerkung: Die Messungen mit dem Nomogramm zu validieren ist ja eigentlich verkehrte Welt: Umgekehrt wird ein Schuh daraus – und so ist das Nomogramm ja auch ursprünglich validiert worden. Wenn man die Messgenauigkeit des neuen IOL-Masters® 700 validieren will, muss man ihn halt gegen etablierte Messungen validieren... Jedenfalls kann man jetzt erwarten, dass man mit den Messungen wenigstens genauso schöne Ergebnisse bekommt, wie nach dem Nomogramm, nämlich mit einem mittleren Vorhersagefehler von 0,23 D (zylindrisch!). Damit kann man ja leben ;-)


Kang H et al. „A Modified Technique for Easier Enclavation of Retropupillary Iris Claw Intraocular Lens.“ J Refract Surg. 2018 Aug;34(8):564-566.

Eine nette Variante zur retropupillären Enklavation einer Artisan-IOL – nämlich mit der Viskoelastikum-Kanüle: Bei Bedarf kann man etwas Viskoelastikum nachfüllen und den Abdruck der Haptik und damit wieder die Sichtbarkeit verbessern.


Dietze H. „Die Bestimmung der Sehschärfe“. Klin Monatsbl Augenheilkd 2018 Sep;235(09):1057-1075.

Fortbildungsartikel über die Bestimmung der Sehschärfe. Ist ein bisschen gar breit geraten, aber insgesamt einfach wirklich extrem wichtig. Das ist es nämlich, und nichts anderes, worum es in unserem Beruf geht: Sehschärfe. Und dazu muss man gescheit refraktionieren können. Anmerkung: „Visus machen“ und refraktionieren – dazu sind sich die Ophthis, nicht selten auch die jungen, oft zu schade… Drum: Herunterladen – STUDIEREN – zu den Unterlagen nehmen!


Chang D et al. „Evaluation of Ophthalmic Surgical Instrument Sterility Using Short-Cycle Sterilization for Sequential Same-Day Use“. Ophthalmol. 2018 Sep;125(9):1320-1324.

Noch eine Studie, die zeigt, dass Kurzzeit-Sterilisation von Instrumenten für intraokulare Eingriffe am selben Tag alle Sicherheitskriterien für Sterilität erfüllt.


Tsukahara M et al. „Posterior Vitreous Detachment as observed by Wide-Angle OCT Imaging“. Ophthalmol. 2018 Sep;125(9):1372-1383.

Eine Weitwinkel-OCT-Studie zur hinteren Glaskörperabhebung. Sie zeigt, dass die HGA zumeist schon viel früher einsetzt, als bisher angenommen, nämlich in den etwa dreißiger Lebensjahren und paramakulär bis peripher beginnt. Anmerkung: Davon hat man jetzt unmittelbar klinisch noch nichts – aber ich finde die Bilder und die Überlegungen faszinierend und interessant; nicht zuletzt auch, wie wieder einmal ein scheinbar ehernes „wie wir alle wissen“-Paradigma beim genaueren Hinschauen mit neueren Untersuchungstechniken allmählich zerbröselt...


Yildirim T et al. „Material Analysis and Optical Quality Assessment of Opacified Hy-drophilic Acrylic Intraocular Lenses after Pars Plana Vitrectomy.“ Am J Ophthalmol. 2018 Sep;193(9):10-19

Aus der UAK Heidelberg zehn hydrophile IOL mit Kalzifikationen nach PPV mit Gas-Instillation. Die Kalzifikationen sind an der Oberfläche und reichen in das Linsenmaterial hinein. Anmerkung: Bestätigt unsere erstmalige Veröffentlichung und zeigt, dass man hydrophile Linsen leider vermeiden muss, weil man halt nie weiß, ob man nicht später noch einen Eingriff braucht, bei dem Luft / Gas instilliert werden muss. Außerdem wäre es an der Zeit, dass die Hersteller endlich herausfinden, warum das für hydrophile IOL so ist und wie man es gegebenenfalls vermeiden kann.



V.i.S.d.P.    
Isabel Eymold Dr. Mignon Hann Miriam Quanz
Kongress-Sekretariat Kongress-Sekretariat MCN AG - Teamleitung Kongresse