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DOC-EXPRESS

März 2020

DOC - Aktuelles

Der 33. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) findet vom 18. – 20. Juni 2020 in Nürnberg statt.

Die Abstract-Einreichung für wissenschaftliche Kurzvorträge (Free Paper) und ePoster ist über die Kongresshomepage möglich.

 

DOC News - gehört und gelesen

OCT-A zuverlässig und reproduzierbar

Optische Kohärenz-Tomographie-Angiographie (OCT-A) Messungen der retinalen Makula-Gefäßarchitektur mit dem Spectralis II OCT sind nach einer neuen Studie zuverlässig und wiederholbar. In der prospektiven Studie wurden 23 Augen von 23 Personen einer en face OCT-A-Bildgebung in Kombination mit einer neu entwickelten Software, dem Erlangen-Angio-Tool (EA-Tool), unterzogen. Bland-Altman-Plots zeigten eine gute Zuverlässigkeit von zwei aufeinanderfolgenden Scans jedes Sektors, und die Prüfung der Reproduzierbarkeit ergab keine statistisch signifikanten unterschiedlichen sektoriellen Variationskoeffizienten.

Ophthalmologica 2020, Volume 243, Issue 1


Unterbehandlung der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration nach 10 Jahren anti-VEGF. Die Notwendigkeit eines Sinneswandels

Ein Überblick über Studien zu Anti-Vascular-Endothelial Growth Factor (Anti-VEGF) Wirkstoffen bei Patienten mit neovaskulärer AMD und deren Langzeitstudien, die vom 1. Januar 2013 bis zum 30. Juni 2018 veröffentlicht wurden, zeigt, dass die anfängliche Verbesserung der Sehschärfe (VA) bis zu sieben Jahre lang erhalten bleibt. In realen Praxisstudien werden die Patienten jedoch in der Regel unterbehandelt, mit einem entsprechenden Rückgang der VA im Laufe der Zeit. Ein Hauptgrund ist die allgemeine Einstellung in der augenärztlichen Gemeinschaft, dass ein dauerhafter Nutzen der Behandlung nicht möglich ist, behaupten die Autoren.

Ophthalmologica 2020, Volume 243, Issue 1


Die komplementäre Anwendung von Fluorescein-Angiographie und OCT-A gewährleistet den besten Ansatz bei Patienten mit diabetischer Retinopathie

Die Fluorescein-Angiographie und das OCT-A haben ihre individuellen Stärken und werden am besten in Kombination bei Patienten mit diabetischer Retinopathie eingesetzt, wie eine neue Studie nahelegt. Bei 42 Patienten mit diabetischer Retinopathie, die sich einer Fluorescein-Angiographie (FA) und einem OCT-A unterzogen, betrug die mittlere Größe der fovealen avaskulären Zone (FAZ) 0,39 mm2 bei der FA und 0,42 mm2 bei der OCTA und die mittlere Mikroaneurysmenzahl 14 bei der FA und 13 bei der OCT-A. Die Beurteilbarkeit war bei 38-41/53 Augen hinsichtlich der FAZ zugunsten des OCT-A und bei 45-49/53 Augen hinsichtlich der Mikroaneurysmenzahl zugunsten der FA.

Ophthalmologica 2020, Volume 243, Issue 1


Extended depth-of-focus Technologie bei Intraokularlinsen

Die Intraokularlinse (IOL) mit erweiterter Tiefenschärfe (EDOF) ist eine aufstrebende Technologie, die die Sichtweite, insbesondere auf mittlere Entfernungen, verbessern soll. In dieser Übersicht wird die klinische Leistung von vier neuen EDOF-IOL-Technologien beschrieben, nämlich kleine Apertur, bioanaloge, diffraktive Optik und nicht-diffraktive optische Manipulationen. Die American Academy of Ophthalmology hat eine Konsenserklärung für EDOF-IOLs erstellt, die Maßstäbe und Empfehlungen für die Klassifizierung eines Implantats als EDOF-IOL sowie standardisierte Testkriterien zur Bewertung der Leistung enthält. Obwohl viele Arten von EDOF-Technologien entwickelt werden, gibt es wichtige Unterschiede in ihrer Leistung, die weitere Tests und Bewertungen erfordern.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, February 2020


Linsenimplantation mit menschlichem Allotransplantat für hohe Hyperopiekorrektur

Hyperopie ist eine häufige Form von Refraktionsfehlern in den Vereinigten Staaten. Viele Refraktionsfehler können mit refraktiv-chirurgischen Methoden wie der Laser-in-situ-Keratomileusis und der photorefraktiven Keratektomie behandelt werden; bei Patienten mit starkem Hyperopiegrad (=+5,0 Dioptrien [D]) sind diese chirurgischen Methoden jedoch wegen der höheren Rate der refraktiven Regression nur begrenzt einsetzbar. Die Lenticule Intrastromal Keratoplastik (LIKE) ist ein chirurgisches Verfahren, das zur Korrektur von Refraktionsfehlern bei Patienten mit starker Hyperopie eingesetzt werden kann. Die Autoren beschreiben die erste intrastromale Implantation einer Allotransplantatlinse, die zur primären Korrektur von Hyperopie in den Vereinigten Staaten durchgeführt wurde, und zeigen, dass LIKE potenziell ein wirksames Verfahren zur Korrektur von hoher Hyperopie ist. Es werden die Mechanismen zur Erreichung der beabsichtigten refraktiven Korrektur und die Komplikationen, die unsere Patientin erlebte, einschließlich des Einwachsens von Epithel und der Lappennekrose, diskutiert.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, February 2020


Transepitheliale und akzelerierte Protokolle in Verbindung mit der Reduzierung der CXL-Wirksamkeit

Diese prospektive Studie untersuchte die 1-Jahres-Ergebnisse verschiedener Hornhautvernetzungstechniken (CXL) zur Behandlung des progressiven Keratokonus.

Das Studiendesign
Zu den Untersuchenden gehörten 670 Augen von 461 Patienten, die sich einem CXL unterzogen. Acht Kombinationen von CXL-Modalitäten wurden untersucht, darunter 2 verschiedene CXL-Techniken (transepitheliale oder Epithelium-off), 7 Riboflavin-Formulierungen und 2 Ultraviolett-A-Protokolle (konventionelle 3 mW/cm² oder beschleunigte 9 mW/ cm²). Als Referenzgruppe wurden Patienten verwendet, die nach dem Dresdner Protokoll behandelt wurden.
Die primären Ergebnisse waren die maximale Keratometrie und die mittlere Keratometrie 1 Jahr nach der Behandlung. Sekundäre Ergebnisse waren unkorrigierter und korrigierter Fernvisus, manifestes refraktives sphärisches Äquivalent (MRSE) und die Hornhautdicke 1 Jahr nach der Behandlung.

Ergebnisse
Die Autoren fanden 4 Behandlungsmodalitäten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit, die maximalen und mittleren Keratometriewerte 1 Jahr nach der Behandlung im Vergleich zur Referenzgruppe erhöht zu haben: transepitheliale CXL (TE-CXL; p= 0,001), 1 Riboflavin-Formulierung (Meran; P=0,02) und beide beschleunigte Protokolle (Vibex-Rapid; P<0,001 und Collagex; P<0,001).
Patienten, die sich dem Standard-CXL unterzogen, hatten bei Meran einen schlechteren postoperativen CDVA als die Referenzgruppe (P=0,04). Patienten, die sich dem Standard-CXL mit Innocross-R unterzogen, waren die einzige Gruppe mit signifikanten Veränderungen der MRSE (+1,0; P=0,03). Die übrigen visuellen Ergebnisse, das manifeste refraktive sphärische Äquivalent und die Hornhautdicke waren bei den Behandlungsmodalitäten ähnlich. Infektionen waren selten (1,6%); allerdings war bei 33,3% der Fälle, die sich einer TE-CXL unterzogen, eine erneute Behandlung erforderlich.

Einschränkungen
Während der Nachbeobachtung wurde die Keratokonusprogression als eine Zunahme der Keratometrie um 0,1 D definiert, statt der herkömmlichen Definition von 1,0 D. Dies erhöht die Sensitivität bei gleichzeitiger Abnahme der Spezifität der Ergebnisse.
Es gab signifikante Unterschiede in der Größe der verschiedenen Gruppen, die von 13 bis 253 reichten - die von relativ kleineren Gruppen erhaltenen Ergebnisse sollten mit Vorsicht interpretiert werden. Ebenso sind die Schlussfolgerungen bezüglich der beschleunigten Vernetzung begrenzt, da viele verschiedene beschleunigte Protokolle wie z.B. CXL mit gepulstem Licht oder andere UVA-Intensitäten nicht berücksichtigt wurden.

Klinische Bedeutung
In dieser Studie schienen TE-CXL, Meran-Riboflavin und beschleunigte Bestrahlungsprotokolle mit einer verringerten Wirksamkeit bei der Kontrolle der Keratokonusprogression verbunden zu sein. Ein Drittel der mit TE-CXL behandelten Fälle erforderte schließlich eine erneute Behandlung.

Cornea, Januar 2020

 

Thomas Neuhann kommentiert…

Hier finden Sie eine Auswahl von Kurzbesprechungen von Originalartikeln aus wissenschaftlichen Zeitschriften, u.a. aus Ophthalmology, British Journal of Ophthalmology, American Journal of Ophthalmology, JAMA Ophthalmology, Journal of Cataract and Refractive Surgery, Survey of Ophthalmology, der Ophthalmologe, Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde.


Campbell R et al. „Evolution in the Risk of Cataract Surgical Complications among Patients Exposed to Tamsulosin: A Population-Based Study.“ Ophthalmology. 2019 Apr;126(4):490-496.

Intraoperative Komplikationen bei Kataraktoperationen sind in dieser Studie aus Ontario zwischen 2003 und 2013 zurückgegangen – sowohl bei Tamsulosin-Patienten (ca. 40.000), wie bei solchen ohne Tamsulosin (knapp 400.000) – in beiden Gruppen in vergleichbarem Ausmaß.


Lee M et al. „Longitudinal Changes in Peripapillary Retinal Nerve Fiber Layer Thickness in High Myopia: A Prospective, Observational Study.“ Ophthalmology. 2019 Apr;126(4):522-528.

Bei hochmyopen Patienten geht die Nervenfaserschichtdicke über die Zeit (in dieser Studie wurde über zwei Jahre beobachtet) signifikant deutlicher zurück, als bei einer normalen Vergleichspopulation – je älter die Patienten sind, umso mehr.
Anmerkung: Das muss man bei der Verlaufsbeobachtung bei hochmyopen Patienten mit Glaukom im Hinterkopf behalten!


Hillier R et al. „The Pneumatic Retinopexy versus Vitrectomy for the Management of Primary Rheg-matogenous Retinal Detachment Outcomes Randomized Trial (PIVOT).“ Ophthalmology. 2019 Apr;126(4):531-539.

Eine bemerkenswerte Studie: Augen mit einer rhegmatogenen Netzhautablösung mit einem Riss oder Löchern innerhalb 1 h oberhalb der Meridiane von 4:00 Uhr bis 8:00 Uhr – mit beliebigen äquatorialen Degenerationen oder Löchern in anliegender Netzhaut wurden randomisiert entweder mit pneumatischer Retinopexie oder mit ppV und Gastamponade behandelt. Die funktionellen Ergebnisse waren nach 3,6 und zwölf Monaten für die pneumatische Retinopexie signifikant besser – die primäre Wiederanlegung war dagegen 80,8% für pneumatische Retinopexie vs. 93,2% ppV – endgültige Wiederanlage bei beiden gleich (98,7 / 98,6 %). Eine Kataraktoperation erfolgte nach einem Jahr bei 16% der pnR und bei 65% der ppV. Die Autoren schließen aus ihren Ergebnissen die Empfehlung, bei Patienten, die die Inklusionskriterien dieser Studie haben, primär der pneumatischen Retinopexie eine Chance zu geben...
Anmerkung: Diese Schlussfolgerung dürfte hierzulande nicht auf viel Zustimmung stoßen... Freilich muss man die höhere primäre Erfolgsrate gegen die besseren funktionellen Ergebnisse und die geringere Invasivität abwägen – aber einfach vom Tisch wischen kann man diese sehr sauber ermittelten Ergebnisse ja nicht…


Park S et al. „Risk of Stroke After Nonarteritic Anterior Ischemic Optic Neuropathy.“ Am J Ophthal-mol. 2019 Apr;200(4):123-129.

Anders als bei Zentralarterienverschluss ist eine NAION nicht mit einem erhöhten Schlaganfallsrisiko assoziiert.

     
V.i.S.d.P.    
Isabel Eymold Dr. Mignon Hann Miriam Quanz
Kongress-Sekretariat Kongress-Sekretariat MCN AG - Teamleitung Kongresse