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DOC-EXPRESS

September 2020

DOC - Aktuelles

Jetzt schon vormerken:
Der 33. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) findet vom 17. – 19. Juni 2021 in Nürnberg statt.

 

DOC News - gehört und gelesen

Vergleich der visuellen und refraktiven Ergebnisse von 2 trifokalen Intraokularlinsen

Trifokale Intraokularlinsen (IOLs) werden jetzt sowohl bei Kataraktpatienten, als auch bei Patienten mit Presbyopie implantiert. In einer neuen randomisierten, prospektiven Studie wurden zwei diffraktive trifokale torische IOLs verglichen. Sechzig Patienten wurden randomisiert, um eine bilaterale Implantation entweder der torischen IOL FineVisio Pod FT (PhysIOL) oder der torischen IOL AcrySof IQ PanOptix (Alcon) zu erhalten. Nach drei Monaten ergab die Studie keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich der unkorrigierten und korrigierten Fern- und Nahvisusergebnisse. Die Kontrastempfindlichkeit, die Qualität der Sehscores und der Grad der Brillenunabhängigkeit waren in beiden Gruppen ähnlich. Auch der Grad der IOL-Achsenfehlstellung und das Ausmaß des Fehlers bei der astigmatischen Korrektur waren ähnlich. Die Inzidenz von Dysphotopsien war bei beiden Linsentypen gering. Die Studie fand signifikant bessere Werte der unkorrigierten mittleren Sehschärfe und der distanzkorrigierten mittleren Sehschärfe zugunsten der PanOptix-Linse.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, May 2020


Einfluss des Winkels Kappa auf das Seh- und Refraktionsergebnis nach Implantation einer diffraktiven trifokalen Intraokularlinse

Trägt ein großer Winkel Kappa zur Dezentrierung und zu schlechten Ergebnissen bei multifokalen IOL-Patienten bei? Die Forscher evaluierten 63 Augen von 63 Patienten, die bilateral eine diffraktive trifokale IOL (POD F, PhysIOL) implantiert hatten. Der Pupillen-offset wurde zur Schätzung des Winkels K mit der Pentacam (Oculus) präoperativ und nach drei Monaten postoperativ verwendet. Postoperativ kam es zu einer signifikanten Abnahme der Pupillen-Offset-Werte. Die Studie zeigte keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Augen mit kleinem Pupillen-Offset-Wert und Augen mit großem Pupillen-Offset-Wert in Bezug auf Brechkraft und Sehschärfe. Alle bis auf eine IOL waren perfekt zentriert. Die Mehrheit der Patienten (14 von 16), die über signifikante Halos klagten, hatten Augen mit kleinen Pupillen-Offsets. Die Forscher vermuten, dass die Toleranz gegenüber einem größeren Pupillen-Offset auf das optische Design der IOL zurückzuführen sein könnte, wobei der erste diffraktive Ring größer ist als bei anderen häufig verwendeten multifokalen IOLs.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, May 2020


Optimierung der Größenbestimmung implantierbarer Kollamerlinsen auf der Grundlage des swept-source Vorderabschnitts-OCT

Die optische Kohärenztomographie mit Swept-Source-Kohärenz des vorderen Segments scheint verlässliche Größenangaben für Patienten zu liefern, die für die Implantation einer Collamer-Linse in Frage kommen. Die Untersucher erhielten präoperative OCT-Scans für 81 Augen von 41 Patienten und verwendeten Daten der NK-Formel-Version (NK-Formel V2) zur Berechnung der Linsengröße. Die Ergebnisse der dreimonatigen Nachbeobachtung zeigten, dass der Optimierungsansatz eine "ausgezeichnete Fähigkeit" besitzt, eine geeignete ICL zur Implantation auszuwählen, unabhängig vom Wert anderer Augenparameter und vom Alter, mit Ausnahme der Vorderkammertiefe. Die Mehrheit, 91,2%, erreichte einen moderaten Vaultinggrad.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, May 2020


Wirkung von intravitrealem Ranibizumab in randomisierten kontrollierten Studien besser als in real-world Studien

Eine Metaanalyse von 29 randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) und 11 Studien aus der Praxis zeigt, dass die Besserungen des bestkorrigierten Fernvisus (BCVA), die Patienten mit diabetischem Makulaödem (DMÖ) nach dreijähriger Behandlung mit Ranibizumab erzielen, stark mit der Anzahl der Injektionen korrelieren, die sie erhalten. Die Analyse zeigte einen Anstieg des BCVA um 8,2; 9,4 und 10,3 ETDRS gegenüber dem Ausgangswert nach 12, 24 bzw. 36 Monaten Behandlung mit Ranibizumab. Die größten Veränderungen des BCVA nach 12 Monaten wurden in RCTs und die kleinsten in realen Studien beobachtet. Darüber hinaus war ein Anstieg um eine Injektion mit einem Anstieg des BCVA um 0,6 Buchstaben nach 12 Monaten verbunden.

Ophthalmologica, Vol:243, Issue 4


OCT-A kann die Funktion der Niere von Diabetikern widerspiegeln

Die Auswertung der retinalen Mikrozirkulation mit der optischen Kohärenztomographie-Angiographie (OCT-A) kann frühe Veränderungen im Zusammenhang mit der Nephropathie bei Patienten mit Typ-2-Diabetes erkennen, wie diese neue Studie zeigt. Sie zeigte, dass im Vergleich zu 42 normoalbuminurischen Diabetikern ohne Retinopathie und 55 Kontrollen, bei 42 Diabetikern mit Mikroalbuminurie die mittleren Gefäßdichten des oberflächlichen Kapillarplexus (SCP), der gesamten Papille und des peripapillären Bereichs signifikant verringert waren (p<0,05 für alle). Sowohl die Dauer des Diabetes, als auch die Albuminspiegel im Urin waren signifikant und mäßig mit der mittleren Gefäßdichte des gesamten SCP bei Diabetikern korreliert.

Ophthalmologica, Vol:243, Issue 4


Sklera-Schnallen Chirurgie mit minimalinvasiver Endo-Beleuchtung plus Hyaluronat

Die Ergebnisse einer neuen Studie deuten darauf hin, dass die endobeleuchtungsunterstützte Sklera-Schnallen Chirurgie (SSC) mit 25 Gauge in Kombination mit einer Hyaluronatinjektion eine sichere und wirksame Behandlung der rhegmatogenen Netzhautablösung darstellt. An der retrospektiven Studie nahmen 45 Patienten mit rhegmatogener Netzhautablösung teil, von denen 25 das neue SSC-Verfahren sowie 20 Patienten das konventionelle SSC-Verfahren mit indirektem Binokularophthalmoskop kombiniert mit Luftinjektion erhielten. Die endgültige Wiederanheftungsrate betrug in beiden Gruppen 100%. Die Verbesserungen des bestkorrigierten Fernvisus der Behandlungsgruppe und der Kontrollgruppe betrugen -0,49 bzw. -0,42 logMAR, ohne signifikanten Unterschied (p=0,549). Die mittlere Operationsdauer der Behandlungsgruppe war jedoch signifikant kürzer als die der Kontrollgruppe (50,19 min vs. 42,06 min, p=0,042).

Ophthalmologica, Vol:243, Issue 4

 

Thomas Neuhann kommentiert…

Hier finden Sie eine Auswahl von Kurzbesprechungen von Originalartikeln aus wissenschaftlichen Zeitschriften, u.a. aus Ophthalmology, British Journal of Ophthalmology, American Journal of Ophthalmology, JAMA Ophthalmology, Journal of Cataract and Refractive Surgery, Survey of Ophthalmology, der Ophthalmologe, Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde.


Ferdi A et al. „Keratoconus Natural Progression: A Systematic Review and Meta-analysis of 11 529 Eyes.“ Ophthalmology. 2019 Jul;126(7):935-945.

Mit einem riesigen Aufwand an Arbeit (Metaanalyse von 23 Artikeln, die aus 41 infrage kommenden Artikeln – aus insgesamt 3.950 Ergebnissen der Literatursuche – auswertbar waren) kommen die Autoren zu dem Schluss, dass Keratokonus-Patienten ein umso höheres Risiko der Progression haben, je jünger sie sind (insbesondere jünger als 17 Jahre) und je höher der steilste K-Wert ist (insbesondere > 55 D).
Anmerkung: Da wäre man selber nie drauf gekommen … Aber immerhin: Nun haben wir es in einer hochrangigen Zeitschrift schriftlich, dass unser Vorgehen, bei jungen Patienten mit fortgeschrittenem Keratokonus nicht erst lange auf die weitere Progression zu warten, bis man Crosslinking durchführt, sehr sinnvoll ist.


Ang M et al. „Effect of Unilateral Endothelial Keratoplasty on Vision-Related Quality-of-Life Out-comes in the Descemet Endothelial Thickness Comparison Trial (DETECT)A Secondary Analysis of a Randomized Clinical Trial.“ JAMA Ophthalmol. 2019 Jul;137(7):747-754.

Während in einer andauernden Vergleichsstudie die Sehschärfe nach DMEK signifikant besser ist als nach ultra-dünner DSAEK, ist der Unterschied zwischen den beiden Techniken in Bezug auf die visuelle Lebensqualität, festgestellt mit dem standardisierten NEI Fragebogen, tendenziell, aber nicht statistisch signifikant besser.
Anmerkung: Wie auch im anschließenden Kommentar angemerkt, sind diese Lebensqualität-Fragebögen prinzipiell weniger trennscharf, insbesondere im hohen Visusbereich, als etwa der konkrete Visus. Deshalb ist zweifellos die DMEK, wo immer vernünftig möglich, überlegen; DSAEK (natürlich so dünn, wie irgend möglich) ist aber in schwierigen oder sonst besonderen Situationen zweifellos auch sehr gut (und, wenn möglich, der PKP vorzuziehen).


Kang J et al. „Association of Statin Use and High Serum Cholesterol Levels with Risk of Primary Open-Angle Glaucoma.“ JAMA Ophthalmol. 2019 Jul;137(7):756-765.

Hohe Cholesterinspiegel erhöhen das Glaukomrisiko, die Therapie mit Statinen erniedrigt dieses Risiko.
Anmerkung: Die vernünftige Therapie der Hypercholesterinämie hat also auch noch diesen nützlichen Nebeneffekt. (Eine Statin-Dauertherapie nur zur Verringerung des statistischen Glaukomrisikos gibt diese Studie natürlich nicht her!)...


Pinto W et al. „Prevalence of macular abnormalities identified only by optical coherence tomogra-phy in Brazilian patients with cataract.“ J Cataract Refract Surg. 2019 Jul;45(7):915-918.

In dieser Studie aus Brasilien wurden bei Patienten vor einer Kataraktoperation bei normalem Ergebnis der klinischen Fundusuntersuchung in 7,2% pathologische Makula-Befunde erhoben, die nur mit dem OCT erkennbar waren.
Anmerkung: Dies bestätigt vorangegangene Studien – und unsere Praxis, den Patienten vor der Kataraktoperation ein OCT des hinteren Pols der Netzhaut anzubieten für eine möglichst optimale Beratung bezüglich Indikationsstellung und Prognose.


Weindler J et al. „The impact of glistenings on the optical quality of a hydrophobic acrylic in-traocu-lar lens.“ J Cataract Refract Surg. 2019 Jul;45(7):1020-1025.

Aus dem Heidelberger Labor: Selbst zahlreiche glistening inclusions verringern die Abbildungsqualität einer IOL weniger als die sphärische Aberration.
Anmerkung: Aber sie senken signifikant die MTF und die Strehlratio sowie erhöhen die Lichtstreuung. Außerdem wurden hier Linsen untersucht, die einer labormäßigen beschleunigten glistening-Bildung unterworfen worden waren. Wie weit dies mit jahrelang in Augen befindlichen entsprechenden IOLs vergleichbar ist, und wie sich dies vor allem dann in solchen Augen auswirkt, die von Seiten der Netzhaut oder des Optikus ohnehin vorgeschädigt sind und deshalb eine herabgesenkte Kontrastempfindlichkeit haben, kann diese Studie natürlich nicht evaluieren.


Hernandez-Bogantes E et al. „Toxic anterior segment syndrome: A review.“ Surv Ophthalmol. 2019 Jul - Aug;64(4):463-476.

Eine sehr ausführliche Übersichtsdarstellung des toxischen Vorderabschnitts-Syndroms. Mit einer tabellarischen Übersicht über alle dafür bisher „beschuldigten“ Substanzen und Faktoren, Differenzialdiagnose zur Endophthalmitis und Behandlungsoptionen – im Wesentlichen Steroide und Spülung.
Anmerkung: Auch hier: orientierende Übersicht ist lohnend.


Sorkin N et al. „Three-Year Outcome Comparison Between Femtosecond Laser-Assisted and Man-ual Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty.“ Cornea. 2019 Jul;38(7):812-816.

In dieser Vergleichsstudie wurden bei DMEK die Empfänger-Deszemet mit dem Femtosekundenlaser inzidiert (16 Augen) bzw. manuell „aufgekratzt“: Die mit dem Laser brauchten deutlich weniger Rebubbeling und hatten bessere Endothelzellzahlen nach einem Jahr.
Anmerkung: Das ist zwar erst mal eine kleine Serie, aber doch schon mal ein interessanter Hinweis!

     
V.i.S.d.P.    
Isabel Eymold Dr. Mignon Hann Miriam Quanz
Kongress-Sekretariat Kongress-Sekretariat MCN AG - Teamleitung Kongresse