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DOC-EXPRESS

Dezember 2019

DOC - Aktuelles

Jetzt schon vormerken:
Der 33. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) findet vom 18. – 20. Juni 2020 in Nürnberg statt.

Die Abstract-Einreichung für wissenschaftliche Kurzvorträge (Free Paper) und ePoster ist über die Kongresshomepage möglich.

 

DOC News - gehört und gelesen

Phakoemulsifikation mit Hilfe einer Spaltlampe bei Patienten, die nicht flach liegen können.

Eine neuartige Patientenpositionierungstechnik, die bei zwei Patienten (vier Augen) angewendet wurde, die nicht flach liegen oder gar in einer liegenden Position sitzen konnten, führte zu einer erfolgreichen Kataraktoperation durch einen erfahrenen Chirurgen. Bei dieser Technik wird das Kinn des Patienten auf der Kinnstütze einer Spaltlampe positioniert, als ob er eine Untersuchung erhalten würde. Der Chirurg sitzt auf der gegenüberliegenden Seite und operiert durch einen temporalen Hornhautschnitt. Die Patienten, die auf diese Weise operiert wurden, hatten nach der Genesung eine Sehkraft von 20/20 und sagten, sie würden diese Positionierung anderen Patienten empfehlen, die nicht flach liegen können.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, November 2019


Intravitreales Aflibercept wirksam bei der angiomatösen Proliferation der Retina

Bei Augen mit retinaler angiomatöser Proliferation (RAP), einem aggressiven Subtyp der neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration (nAMD), liefert Aflibercept vergleichbare Ergebnisse wie bei Augen mit Typ 1 und Typ 2 nAMD in der zentralen VIEW-Studie. Die Patienten der 96-wöchigen Studie folgten dem gleichen Behandlungsprotokoll wie in der VIEW-Studie. Von 46 Patienten, die die Studie abgeschlossen hatten, hatten 13 (28%) Patienten 15 oder mehr Buchstaben gewonnen und hatten eine mittlere Reduktion der zentralen Makuladicke (CMT) von 162 µm (p=<0,0001).
Darüber hinaus zeigte die univariate Analyse keinen signifikanten Unterschied zwischen den visuellen und anatomischen Outcome-Messungen und der Anzahl der Injektionen, die diese Studie und die der zentralen VIEW-Studie erforderten.

Ophthalmologica, Band 242, Ausgabe 4


10-jähriges klinisches Ergebnis nach Implantation einer phaken Hinterkammerlinse bei Kurzsichtigkeit

Intraokulare Kollamer-Linsen (ICLs) zeigen Langzeitstabilität und funktionelle refraktive Ergebnisse für die Myopiekorrektur, so ein Rückblick. Sie schienen auch in Bezug auf die Kataraktbildung sicher zu sein, insbesondere wenn sie bei jüngeren Patienten implantiert wurden. Diese Überprüfung der medizinischen Daten umfasste 110 Augen von 60 Patienten. Das mittlere präoperative Alter betrug 30,3 +- 8,3 Jahre und das präoperative sphärische Äquivalent (SÄ) -12,01 +- 3,70 Dioptrien. Nach 10 Jahren postoperativ betrug das SÄ -0,65 +- 1,09 Dioptrien. Das Vaulting sank von 562,4 +- 175,9 µm nach 6 Monaten postoperativ auf 352,9 +- 171,8 µm nach 10 Jahren. Die Forscher sahen keine signifikante Veränderung der Endothelzelldichte oder des IOD nach 10 Jahren postoperativ.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, November 2019


Die freie Lappentechnik schließt Makulalöcher in komplizierten Fällen der Netzhautablösung.

Perfluorcarbonunterstützte neurosensorische retinale freie Lappentechnik kann eine gute Option beim Schließen von Makulalöchern in Augen mit begleitendem Makulaloch und komplizierter Netzhautablösung sein, wie eine retrospektive Studie zeigt. Es handelte sich um eine aufeinanderfolgende Fallserie von sieben Patienten mit begleitendem Makulaloch und komplizierter Netzhautablösung bei proliferativer Vitreoretinopathie. Alle Augen wurden einer freien neurosensorischen Netzhautlappentransplantation in das Makulaloch und einer subretinalen Flüssigkeitsdrainage durch iatrogene Retinektomie/Retinotomie unterzogen, gefolgt von einem Luft-Flüssigkeitsaustausch mit Gas- oder Silikonöl-Tamponade. In allen Augen wurde die Netzhaut erfolgreich refixiert und das Makulaloch geschlossen.

Ophthalmologica, Band 242, Ausgabe 4


Längere Augen reagieren weniger stark auf eine Re-Vitrektomie mit autologem Thrombozytenkonzentrat (ATK).

Patienten mit persistierenden idiopathischen durchgreifenden Makulalöchern reagieren weniger gut auf eine Re-Vitrektomie mit autologem Thrombozytenkonzentrat (ATK), wenn sie lange Augen oder ein langes Intervall zwischen der ersten und zweiten Operation haben, so die Ergebnisse einer retrospektiven Studie. Bei 103 Augen mit persistierenden Makulalöchern nach Vitrektomie führte die Re-Vitrektomie mit ATK und Endotamponade zu einer Schließrate des Makulalochs von 60,2%. Es gab eine negative Korrelation zwischen dem Verschluss und der axialen Länge, der Zeit zwischen der ersten und zweiten Operation, und es gab eine positive Korrelation zwischen der Schließrate und der Erfahrung des Chirurgen (p<0,05).

Ophthalmologica, Band 242, Ausgabe 4


PCO bei pädiatrischer Katarakt

Die posteriore Kapseltrübung (PCO) ist die häufigste Komplikation der pädiatrischen Kataraktoperation. Macht der IOL-Typ einen Unterschied? Eine Fallserie verglich die Ergebnisse bei 103 Augen von 80 Kindern, die entweder eine hydrophile IOL (Ocular ANU6 IOL) oder eine hydrophobe IOL (AcrySof SA60AT) erhielten und mehr als drei Jahre lang beobachtet wurden. Wenn die hintere Kapsel intakt belassen wurde, entwickelten 39,3% der Augen in der hydrophilen und 13,4% in der hydrophoben Gruppe PCO. Bei der primären posterioren Kapsulotomie und der anterioren Vitrektomie entwickelten 4,3% bzw. 6,8% eine PCO. Die Follow-up-Analyse ergab eine Überlebensrate (d.h. keine PCO-Bildung bei fünfjährigem Follow-up) von 95,4% in der hydrophoben Gruppe und 88,8% in der hydrophilen Gruppe.

Journal of Cataract and Refractive Surgey, October 2019

 

Thomas Neuhann kommentiert…

Hier finden Sie eine Auswahl von Kurzbesprechungen von Originalartikeln aus wissenschaftlichen Zeitschriften, u.a. aus Ophthalmology, British Journal of Ophthalmology, American Journal of Ophthalmology, JAMA Ophthalmology, Journal of Cataract and Refractive Surgery, Survey of Ophthalmology, der Ophthalmologe, Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde.


Cheung C et al. „Association between Choroidal Thickness and Drusen Subtypes in Age-Related Macular Degeneration.“ Ophthalmol Retina. 2018 Dec;2(12):1196-1205.

Membrane-Peeling bei Augen mit subretinalen Drusen hat deutlich weniger gute Resultate als ohne solche Drusen.
Anmerkung: Darauf bitte bei der Aufklärung besonders achten! (Abstract aus Ophthalmology Retina).


Meier P. „Netzhautablösung im Kindesalter.“ Klin Monatsbl Augenheilkd. 2019 Jan;236(01): 74-87.

Sehr schöne konzise Übersicht über Netzhautablösungen bei Kindern – mit den zugehörigen seltenen, aber wichtig zu kennenden speziellen Krankheitsbildern (z.B. Stickler, FEVR, Marfan, Coats etc).
Anmerkung: Auch hier gilt: Findet man in dieser Zusammenstellung nicht in allen Lehrbüchern; deshalb Empfehlung: Herunterladen – studieren – zu den Unterlagen nehmen.


Grus F. „Glaukom jenseits des Augeninnendrucks.“ Der Ophthalmologe. 2019 Jan;116(1):4-4.

Mit großem Aufwand wird erklärt, dass auch die feinen OCT-Parameter für die Erkennung struktureller Glaukomschäden nicht hinreichend gut geeignet sind, um als Endpunkte für Studien zur therapeutischen neuroprotektiven Wirksamkeit dienen zu können: entsprechende Medikamente müssen ihre Wirksamkeit weiterhin im Gesichtsfeld beweisen: Das hat zwar die nur allzu bekannten Unvollkommenheiten in der Reproduzierbarkeit und Genauigkeit, ist aber halt auch das, was letztlich für den Patienten relevant ist...


Chamberlain W et al. „Descemet Endothelial Thickness Comparison Trial: A Randomized Trial Comparing Ultrathin Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty with Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty.“ Ophthalmology. 2019 Jan;126(1):19-26.

DMEK ist im resultierenden Visus besser als jede noch so dünne DSAEK – hier noch einmal in einer prospektiven randomisierten Studie dargestellt.
Anmerkung: Das kann vernünftigerweise ja auch nicht anders sein – F. und M. Price erörtern und kommentieren dies noch einmal ausführlich auf Seite 27. Auch sie weisen darauf hin, dass es natürlich besonders komplexe Situationen gibt, in denen man besser eine DSAEK macht: Insgesamt wird unsere Verfahrensweise und unsere Priorität 1:1 bestätigt.


Nguyen V et al. “Projection of Long-Term Visual Acuity Outcomes based on Initial Treatment Response in Neovascular Age-Related Macular Degeneration.“ Ophthalmology. 2019 Jan;126(1):64-74.

Je besser der Visus nach den ersten 3-4 Anti-VEGF-Injektionen bei nv-AMD ist, desto besser ist die Aussicht für den Visus nach 2 Jahren...


Tideman J et al. „Environmental Risk Factors Can Reduce Axial Length Elongation and Myopia Incidence in 6- to 9-Year-Old Children.“ Ophthalmology. 2019 Jan;126(1):127-136.

Risikofaktoren für Myopieentwicklung bei 6 – 9-Jährigen. Myopie-Inzidenz mit 9 Jahren: 12% (Holland): Myopie bei den Eltern, 1 oder mehr Bücher pro Woche lesen, Zeit mit Lesen verbracht, kein Sport, nicht europäische Herkunft, weniger Zeit im Freien, Ausgangs-Quotient AXL/HHR. Manche sind auch interkorreliert. Die, die man beeinflussen kann, sollte man auch beeinflussen, die anderen sind halt so...


Manzanera S et al. „Adaptation to Brightness Perception in Patients Implanted with a Small Aperture.“ Am J Ophthalmol. 2019 Jan;197(1):36-44.

Bei Augen mit einem Implantat mit stenopäischer Lücke – in dieser Studie das KAMRA-Implantat würde man eigentlich eine verminderte Helligkeitswahrnehmung erwarten. In dieser Studie ergibt sich, dass dies nicht so ist – offenbar bedingt durch neurale Adaptation. D. h. also offensichtlich, dass man sich für solche Implantate diesbezüglich keine „Sorgen“ machen muss.
Anmerkung: Während das KAMRA-Implantat an Bedeutung weitgehend verloren hat, ist das aber dennoch interessant für die IOL mit stenopäischer Lücke (IC-8).

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein frohes Weihnachtsfest sowie Gesundheit, Glück und Erfolg im neuen Jahr!
     
V.i.S.d.P.    
Isabel Eymold Dr. Mignon Hann Miriam Quanz
Kongress-Sekretariat Kongress-Sekretariat MCN AG - Teamleitung Kongresse