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DOC-EXPRESS

September 2019

DOC - Aktuelles

Jetzt schon vormerken:
Der 33. Internationale Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen (DOC) findet vom 18. – 20. Juni 2020 in Nürnberg statt.

Die Abstract-Einreichung für wissenschaftliche Kurzvorträge (Free Paper) und ePoster ist ab Oktober 2019 über die Kongresshomepage möglich.

 

DOC - Mitteilung

Wechsel in der Besetzung der OAP Programmkommission

Das OAP Programm der DOC wurde über viele Jahre hinweg durch Dr. Ralf H. Gerl, Ahaus hervorragend und sehr erfolgreich gestaltet. In den letzten Jahren hatten Herr Dr. Florian Kretz mit Frau Dr. Verena Bhakdi-Gerl und Herr Dr. Matthias Gerl (Sohn von Dr. Ralf H. Gerl) mit Herrn Müller aus der Praxis Dr. Gerl und vielen anderen Mitstreitern das Programm exzellent weitergeführt. Wir danken den Mitgliedern der OAP Programmkommission herzlich für die ausgezeichnete Arbeit, die sie in vielen Jahren geleistet haben.
Ab 01.09.2019 wurde die OAP Programmkommission personell neu besetzt.
Um das Programm noch praxisnäher zu gestalten, haben wir entschieden, dass die OAP Programmkommission in der Zukunft von Ärzten und nichtärztlichen Mitarbeitern, die in verschiedenen Bereichen (Verwaltung, OP, Praxis usw.) tätig sind, besetzt wird.
Im Einzelnen sind das:

Dr. med. Gernot Petzold Frau Daniela Grothe, Castrop-Rauxel
   
Dr. med. Peter Hoffmann Frau Bettina Gareiß, Kulmbach
   
Prof. Dr. Ulrich Kellner Frau Birgit Lindau, Siegburg
   
  Frau Annette von Heissen, Fürth

Viele der bisherigen OAP Programmkommissionsmitglieder werden weiterhin als Referenten für das OAP Programm der DOC tätig sein.

Wir wünschen der neuen Programmkommission einen guten Start und eine glückliche Hand bei der Auswahl von Themen und Referenten.

Dr. A. Scharrer

 

DOC News - gehört und gelesen

Kosten-Nutzen-Analyse der Katarakt-Chirurgie in den USA für das Jahr 2018

Die Operation des Grauen Stars ist kosteneffizient und wird es immer mehr, wie eine große Versicherungsstudie zeigt. US-Forscher untersuchten Daten aus öffentlichen und privaten Krankenversicherungsunterlagen. Sie führten eine Kosten-Nutzen-Analyse mit der Standardisierung der Input- und Output-Variablen durch. Die Gesamtanalyse ergab, dass die Kataraktoperation sehr kosteneffizient ist, sei es für die Erstoperation, die Zweitoperation oder die bilaterale Operation. Interessanterweise zeigten sowohl der wahrgenommene Wert für die Patienten, als auch die Kosteneffizienz zwischen 2012 und 2018 deutliche Steigerungen. So war beispielsweise die Kosten-Nutzen-Relation von 1.001/$ qualitätsangepasste Lebensjahre für die Erst-Augen-Chirurgie 41,8% kostengünstiger als 2012 und 73,7% kostengünstiger als im Jahr 2000.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, Juli 2019


Ergebnisse aus der US-Kohorte der HORIZON-Studie: Eine randomisierte Studie mit Schlemms Kanal-Mikrostent zur Reduktion des IOD beim primären Offenwinkelglaukom.

Das Einsetzen eines Stent in den Schlemm'schen Kanal in Kombination mit einer Kataraktoperation führte zu einer signifikanten Reduktion des täglichen IOD sowie zu einem reduzierten Medikamenteneinsatz im Vergleich zur Phako allein bei US-Patienten mit leichtem bis mittlerem primären Offenwinkelglaukom (POAG), die Teil der HORIZON-Studie waren. Von den 38 klinischen Zentren, die Teil der prospektiven, einfach maskierten, randomisierten, kontrollierten klinischen Studie waren, befanden sich 26 Standorte in den USA. In dieser Studie bewerteten die Forscher die Sicherheit und Wirksamkeit des Hydrus Microstent (Ivantis), um den täglichen IOD und die Medikamente unter der amerikanischen Kohorte zu reduzieren. Insgesamt 219 Augen wurden randomisiert, die den Mikrostent in Kombination mit einer Kataraktoperation erhielten, und 112 Augen bekamen Phako allein, die als Kontrollgruppe dienten. Der tägliche IOD wurde bei 78,5% der Augen in der Microstent Gruppe um 20% oder mehr reduziert, verglichen mit 54,5% der Augen der Kontrollgruppe. Mehr als 78% der Augen in der Microstent Gruppe waren nach 24 Monaten Verlaufskontrolle medikamentenfrei, verglichen mit 39,2% in der Phakogruppe. Die mittlere Veränderung der Anzahl der Medikamente zwischen Microstent und Kontrollgruppe betrug -1,2 +- 0,9 bzw. -0,8 +- 1,1.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, September 2019


Statische und dynamische Pupilleneigenschaften bei hochgradig kurzsichtigen Augen mit zwei implantierbaren Kollamerlinsen

Die Forscher führten eine prospektive Studie durch, um die pupillometrischen Eigenschaften vor und nach der Implantation des älteren Modells V4 ICL und der neueren V4c-Linse (Staar) zu vergleichen. Die Visian V4c ICL beinhaltet ein 360 Mikrometer zentrales Loch, damit das Kammerwasser ungehindert fließen kann, ohne dass eine Iridotomie erforderlich ist. Die Studie untersuchte 50 Patienten, die ICLs erhielten, drei Monate lang nach der Operation. Die ICL-Implantation hatte unter bestimmten Beleuchtungsbedingungen eine miotische Wirkung, was zu einer Verringerung der Amplitude der Pupillenkontraktion und der Geschwindigkeit in Lichtreflexen führte. Im Hinblick auf den Pupillenlichtreflex nahmen nach der Operation Kontraktionsamplitude und -geschwindigkeit ab, während andere dynamische Parameter unverändert blieben. Die statischen und dynamischen Pupilleneigenschaften waren zwischen den ICL-Gruppen V4 und V4c ähnlich. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass das zentrale Loch und der hydrodynamische Unterschied im Kammerwasser wenig Einfluss auf die Irismotilität hatten.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, Juli 2019


Vergleichende Meta-Analyse der intraokularen Linsenpositionierungsgenauigkeit zwischen bildgestütztem System und manueller Markierung bei Kataraktpatienten.

Eine Meta-Analyse der torischen IOL-Ausrichtung, die die Genauigkeit der bildgesteuerten Technologie mit der manuellen Markierung vergleicht, zeigt, dass die IOL-Ausrichtung mit Verwendung eines bildgesteuerten Systems eine bessere Ausrichtungsgenauigkeit, einen kleineren Differenzvektor und einen reduzierten postoperativen Astigmatismus ergab. Fünf Studien mit insgesamt 257 Augen wurden in diese Analyse einbezogen. Die Studien wurden auf der Grundlage der methodischen Qualität eines modifizierten QUADAS-2-Tools bewertet; kontinuierliche Variablen wurden mit gewichteten mittleren Differenzen und dichotome Variablen mit einem Quotenverhältnis bewertet.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, September 2019


Analyse der Ergebnisse der Excimer-Laserbehandlung und der entsprechenden Winkel Kappa bei hyperopem Astigmatismus

Der Winkel Kappa, definiert als der Winkel zwischen der Sehachse und der Pupillenachse, ist bei hyperopen Patienten im Allgemeinen größer und wird bei der Planung der Excimer-Laser-Sehkorrektur als Nachteil betrachtet. Eine retrospektive multizentrische Studie mit 170 hyperopen Augen von 112 Patienten untersuchte die Prävalenz von präoperativem, intraoperativem und postoperativem Winkel Kappa bei hyperopen Augen und deren Einfluss auf die refraktiven Ergebnisse. Die Studie ergab statistisch signifikante Unterschiede zwischen dem präoperativen und dem intraoperativen Echtzeit-Winkel-Kappa bei Augen mit einem präoperativen Winkel-Kappa von 0,25 mm oder mehr. Die präoperative Größe des Winkels Kappa prognostizierte nicht die Sicherheit, Wirksamkeit oder Vorhersagbarkeit einer hyperopen Excimer-Laser-Sehkorrektur. Die Studie stellt fest, dass die Verwendung des präoperativen größeren Angle Kappa als intraoperativer Offset eine zu nasal zentrierte Ablationszone verursachen kann.

Journal of Cataract and Refractive Surgery, Juli 2019


Die Virtual-Reality-Leistung korreliert signifikant mit der realen chirurgischen Leistung des Katarakts.

Virtual-Reality-Simulatoren werden zunehmend für die chirurgische Ausbildung eingesetzt, aber wie die mit diesen Systemen demonstrierten Fähigkeiten mit der realen chirurgischen Leistung korrelieren, ist nicht umfassend dokumentiert. Nach Ansicht der Ermittler besteht Bedarf an standardisierten, unvoreingenommenen Bewertungsinstrumenten anstelle von menschlichen Bewertungsgremien. Eine prospektive Studie evaluierte 19 Kataraktchirurgen mit unterschiedlichen Erfahrungen aus neun ophthalmologischen Abteilungen in Dänemark. Die Phako-Katarakt-Chirurgie wurde videoüberwacht und die Chirurgen führten auch einen validierten Test mit der objektiven strukturierten Bewertung des Systems der Katarakt-Chirurgie (OSACSS) durch maskierte Gutachter durch. Der Analyse zufolge gab es eine signifikante Korrelation zwischen den chirurgischen Werten der Augenchirurgie und ihren durchschnittlichen OSACSS-Werten.

Zeitschrift für Katarakt- und Refraktivchirurgie, September 2019

 

Thomas Neuhann kommentiert…

Hier finden Sie eine Auswahl von Kurzbesprechungen von Originalartikeln aus wissenschaftlichen Zeitschriften, u.a. aus Ophthalmology, British Journal of Ophthalmology, American Journal of Ophthalmology, JAMA Ophthalmology, Journal of Cataract and Refractive Surgery, Survey of Ophthalmology, der Ophthalmologe, Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde.


Ivarsen A et al. „Correction of astigmatism with small-incision lenticule extraction: Impact of against-the-rule and with-the-rule astigmatism.“ J Cataract Refract Surg. 2018 Sep;44(9):1066-1072.

Bei SMILE kommt es zu einer durchschnittlichen Unterkorrektur des Astigmatismus von ca. 10 – 15 % (in Übereinstimmung mit anderen Studien), umso mehr, je höher der Wert des zu korrigierenden Zylinders. Astigmatismus gegen die Regel wurde um 0,35 D weniger unterkorrigiert als Astigmatismus mit der Regel, unabhängig von der Höhe des Ausgangszylinders – der Einfluss von Zyklotorsion wird diskutiert. Die Autoren empfehlen aufgrund ihrer Daten eine konstante Überkorrektur von 0,125D je Dioptrie des zu korrigierenden Zylinders und bei Astigmatismus gegen die Regel einen Abzug von 0,25D.
Anmerkung: Passt nahtlos zu allen bisherigen Publikationen und gibt anhaltsweise gut datenbasierte Anregung für einen Ausgleich. Zeigt aber auch den schon lange angemahnten Bedarf an technischer Fortentwicklung. (Vielleicht kommt Zeiss ja endlich in die Gänge, wenn der neue Schwind-Laser das jetzt kann...!)


Weng S et al. „Development of a liquid dissection technique for small-incision lenticule extraction: Clinical results and ultrastructural evaluation.“ J Cataract Refract Surg. 2018 Sep;44(9):1080-1089.

Wird die Lentikel-Dissektion bei SMILE mit ein wenig Flüssigkeitsbenetzung des Instrumentes gemacht, sind die Oberflächen glatter und das früh-postoperative funktionelle Ergebnis besser.
Anmerkung: Macht Sinn und ist problemlos machbar... Sollten wir übernehmen…


Smith M et al. „Phacoemulsification and endocyclophotocoagulation in uncontrolled glaucoma: Three-year results.“ J Cataract Refract Surg. 2018 Sep;44(9):1097-1102.

Endo-Zyklophotokoagulation im Rahmen einer Phako ist sicher und wirksam, wenn auch nur in bescheidenem Umfang; drei Jahre danach mussten zwei Drittel der Augen dennoch drucksenkend operiert werden.
Anmerkung: Das bestätigt meine immer schon geäußerte Skepsis diesem Verfahren gegenüber – nicht zuletzt im Hinblick auf den technischen und kostenmäßigen Aufwand.


Mantel I et al. „Switching between Ranibizumab and Aflibercept for the treatment of neovascular age-related macular degeneration.“ Surv Ophthalmol. 2018 Sep - Oct;63(5):638-645.

Wieder eine riesige Fleißarbeit, die alle Studien anschaut, die es zum Wechsel zwischen Aflibercept und Ranibizumab („switching“) gibt – mit der Quintessenz, dass sie alle keine vernünftige Aussage erlauben, wann genau der Substanzwechsel Sinn macht und wann nicht. Es genügt eigentlich, den Absatz „5. Conclusions and further directions“ zu lesen: Da steht das dürre – aber wichtig zu wissende – Ergebnis zusammengefasst.


Hatami-Marbini H. „Influence of Microstructure on Stiffening Effects of Corneal Crosslinking Treatment“. J Refract Surg. 2018 Sep;34(9):438-444.

Diese experimentelle Untersuchung an Schweine-Hornhäuten zeigt, dass Crosslinking einen nennenswerten Effekt nur in den vorderen Hornhautanteilen hat. CXL von posterioren Hornhautlamellen oder Crosslinking der gesamten Hornhaut von hinten her hat keinen nennenswerten versteifenden Effekt.
Anmerkung: Das ist aber doch wirklich mal sehr interessant!


Zhang H et al. „Statistical approaches in published ophthalmic clinical science papers: a comparison to statistical practice two decades ago“. Br J Ophthalmol 2018 Sep;102(9):1188-1191.

Die Qualität der statistischen Auswertung von Studien hat sich in den letzten 20 Jahren nicht geändert, vor allem nicht verbessert.
Anmerkung: Das finde ich, ganz in Übereinstimmung mit den Autoren, wirklich peinlich. Dafür gibt es schließlich den peer review. Wir können das nicht ändern – wie ich immer wieder bei eigenen Reviews merke, wenn ich statistische Methodologie der fachlichen Überprüfung empfehle, aber dann doch nichts erfolgt – aber wissen muss man, dass man sich nicht darauf verlassen kann, wenn es publiziert ist, wird die Statistik schon stimmen. Wenn eine wichtige Aussage sich auf Statistik stützt, muss man auf dieselbe genau hinschauen (oder jemanden fragen, der das genauer versteht, als man selbst...)


Mercieca K et al. „Trabeculectomy bleb needling and antimetabolite administration practices in the UK: a glaucoma specialist national survey“. Br J Ophthalmol. 2018 Sep;102(9):1244-1247.

Eine Umfrage unter britischen Glaukomoperateuren (immerhin > 60% Antworten!) zeigt eine große Variabilität beim postoperativen Management unzureichender Sickerkissenfunktion. Für subkonjunktivale 5-FU-Gabe ist die meist verwendete Dosis 5 mg; beim Sickerkissen-Needling ist die Variabilität noch höher, mit 5-FU in Dosen von 2,5 mg bis 25 mg und/oder Mitomycin.
Studiendaten sind extreme Mangelware...
Anmerkung: Die Variabilität und die mangelnde Datenlage sagen eigentlich alles...

V.i.S.d.P.    
Isabel Eymold Dr. Mignon Hann Miriam Quanz
Kongress-Sekretariat Kongress-Sekretariat MCN AG - Teamleitung Kongresse